Monat: Mai 2014

chia

nun goss sie noch etwas hafermilch drüber und fertig schien es, da sie die schüssel in den kühlschrank stellte. „oma? was ist das?“, fragte Tommy, der die ganze zeit über neben ihr gestanden und sie beobachtet hatte schaute sie mit seinen kindlich interessierten und großen augen an.
das ist pudding„, entgegnete die oma. Tommy sah sie ganz verwirrt an. „also wenn mutti pudding macht sieht das anders aus!“, sagte er mit herausforderndem tonfall, immerhin hatte er seiner mutter dabei auch schon oft zugeschaut und wollte nun wissen, was seine oma in wirklichkeit zubereitet hatte.

„ja, das ist richtig, nur musst du wissen, dass das ein ganz spezieller pudding ist. er besteht aus chiasamen. das ist ein samen der von ganz weit her, aus südamerika kommt. schon die hochkulturen aus längst vergangenen tagen haben diese samen wegen ihrer hohen nährwerte viel verwendet. in der mexikanischen volksmedizin heißt es das schon ein teelöfel dieser samen ausreiche um einen erwachsenen menschen für einen tag lang mit allen wichtigen nährstoffen zu versorgen. und damit hatten die medizinmänner dieses volkes auch garnicht so unrecht.
chia enthält nämlich doppelt sie viel eisen wie herkömmliche getreidesorten und hat zudem ein ausgeglichenes omega-3 und 6-fettsäuren-verhältnis.
was absolut erstaunlich ist, ist, dass in diesen kleinen samen doppelt so viel kalium zu finden ist, wie in einer banane und sie übertrifft auch spinat um das dreifache des eisengehalts. da würde popeye augen machen! was mich sehr fasziniert hat ist der fakt, dass sie ungeheure mengen antioxidantien aufweisen, dabei dachte ich die befänden sich nur in buntem obst und gemüse.
der grund jedoch warum ich die chiasamen zu mir nehme ist tatsächlich mein bauch.“, mit diesen worten schaute sie ihrem enkel tief in die augen und rieb sich mit einer hand den bauch.

„deine oma hat einige verdauungsprobleme, doch chiasamen haben die eigenschaft in verbindung mit flüssigkeit zu verschleimen. das regt die verdauung an, da die ballaststoffe die ausleitung der ablagerungen reguliert und auch die verdauung der lebensmittel vereinfacht. durch die angeregte verdauung wirken sie sich auch positiv auf den blutzuckerspiegel aus, da sie die umwandlung von kohlenhydraten in zucker verlangsamen, was dazu führt, dass du mehr ausdauer hast. du kannst also viel länger in der gegend herumtollen.
es ist also eine kleine nährstoffbombe, die sogar gewebeaufbauend wirkt. also wenn du dich beim herumtollen verletzt, durch die viele energie die dir die samen geben, heilen deine wunden auch schneller.“
„und wonach schmecken diese samen?“, fragte Tommy etwas verwirrt von den informationen der oma.
„im grunde genommen nach nix, das hat jedoch den vorteil, dass du sie nach allem schmecken lassen kannst, was du dir wünschst.“
„dann solltest du mir auch einen chiapudding machen. mit bananengeschmack!“

chia-pudding

ein sehr simples rezept das zimtliebhaberherzen höher schlagen lassen wird.

im grunde schmeißt du einfach alle zutaten zusammen, das einzige was jetzt nervenaufreibend sein kann wenn man sich darauf freut den pudding zu essen ist die mindestwartezeit von 6-8 stunden. das rezept ist für einen portion ausgelegt.

die zutaten:
•15g chiasamen (wirklich nur 15 gramm da man nicht mehr pro tag zu sich nehmen sollte, die samen entziehen dem körper sonst zu viel flüssigkeit.)
•hafermilch (nach gefühl aufgießen, je weniger desto dicker wird der pudding)
•zimt
•birkenzucker (wahlweise auch ahornsirup)

die masse nun gut verquirlen und dann ab in den kühlschrank damit. nach der aufquellzeit genießen.
gutes gelingen.