Monat: Juli 2016

der Bodybuilder

im krankenhaus habe ich jemanden kennen gelernt.
er faszinierte mich seit dem er das erste mal in mein zimmer kam.
an meinem letzten abend fragte ich ihn nach seiner nummer.

da er mir die ganze zeit über so reserviert und muffelig vor kam, dachte ich, ich müsse um den kontakt kämpfen…legte mir haufenweise gründe zurecht ihn davon zu überzeugen seine nummer rauszurücken…

allein der fakt das ICH einen mann ansprach…ihn nach seiner nummer fragte, ist schon ein highlight und sollte an dieser stelle einmal lobend erwähnt werden…ich mache mich wohl langsam…

doch auch wenn ich erst dachte er hege keinerlei interesse für mich, so gab er mir doch relativ zügig und bereitwillig seinen kontakt.
und so verabredeten wir uns als bald.

gingen spazieren…eines der dinge die mir der chirurg ausdrücklich verordnete.
wir gingen eis essen. spazieren…unterhielten uns…bestimmt 5 stunden lang…

es kam zu einem 2. date. das lief sehr ähnlich ab.

sein leben besteht im grunde aus arbeit, sport und schlafen. er schaut sich gerne die alten bodybuilder aus den 70ern an, die, so denke ich, eine art idole für ihn sind. seine inspiration nach der schicht in die mukkibude zu gehen, auch wenn das bett verlockender wär.

zum dritten date fragte ich ihn ob ich bei ihm schlafen dürfe und er willigte umgehend ein.
ich freute mich so sehr darauf. er ging mir einfach nicht mehr aus dem kopf.
wir schauten uns seinen lieblingsfilm an. lagen auf der couch. einfach nebeneinander. es passierte nix. kein kuscheln, keine vielsagenden blicke…an knutschen war garnicht zu denken…

erst nach dreiviertel des films kräpelte er auf der couch rum und ich sagte zu ihm er solle sich neben mich legen.

(im grunde entstand alles was uns zu diesem moment geführt hatte auf grund meiner initiative.
er ist wirklich bei allem was wir zusammen erlebt haben sehr zurückhaltend und ich weiß einfach nicht was in ihm vorgeht.)

zusammengekuschelt schauten wir den film bis zum schluss, machten uns dann bettfertig und dann…im bett, ging es los.

wir streichelten uns zärtlich, küssten uns. es war so schön. ich spielte an seinem schwanz, doch da nichts weiter passierte setzte ich mich dann auf ihn (kondom hatte er schon übergestülpt auf mein bitten hin) und fing an ihn zu ficken.

er war so herrlich am stöhnen. ließ bisweilen ein seufzendes „fuuuuuck“ verlauten und ich dachte er würde jeden augenblick kommen. ich für meinen teil, sehr erregt, da er ein wunder schöner mann mit sehr guter ausstattung ist, schon gekommen, bemühte mich nach kräften ihm selbigen höhepunkt zu bereiten, doch irgendwann reichte meine kondition nicht mehr aus…

ich hielt inne und sagt ich könne nicht mehr und dachte er würde mich dann einfach packen und die position wechseln…aber nichts. er lag da.

und ich fragte, wie ich ihm helfen könne. er solle auch seinen gipfel erreichen…und er fragte ob ich es ihm mit dem mund besorgen könne…das verneinte ich.

also ergriff er meine hand…

ohje…das ließ mich in schlechtem licht dastehen. hatte ich doch noch nie die geduld aufgebracht soetwas tatsächlich zu üben, geschweige denn zu vollenden. nun gut. es gibt für alles ein erstes mal. also tat ich mein bestes. nach einiger zeit meiner unbeholfenheit ergriff er meine hand und zeigte mir wie ers gern hätte…man lernt ja nie aus.

doch nach all dem spielen am schwanz meines partners entschloss ich mich doch noch mal aufzusteigen.

neues kondom.
und schon schwang ich mich wieder auf ihn…selbes spiel. selbes ergebnis.

nur diesmal zog ich ihn nachdem ich keine kraft mehr hatte auf mich. er nahm mich von vorn. dann noch mal von hinten. jedes mal hatte ich den eindruck es fehle nur ein kleines bisschen um die seeligen 3 sekunden zu erleben…doch auch seine kondition schien erschöpft.

zu guter letzt vollzog ich wohl meinen ersten handjob überhaupt. erfolgreich.

wunderschön!

er und ich völlig kaputt…feucht…etwas nach schweiß riechend. es war einfach schön. und so kuschelten wir uns aneinander und schliefen ein.

die ganze nacht kuschelnd…

am morgen darauf. (ich finde ihn ja einfach schlicht hoch erotisch) legte ich mich auf ihn…betrachtete ihn. sein schönes gesicht. seine kräftigen arme…ergriff ich motiviert und mein glück herausfordernd sein glied und vollbrachte ein zweites wunder. ich war sehr überrascht von mir…

schluss, aus und ende

anfang des monats hatte ich einen unfall.
ich landete im krankenhaus.
an dem tag als es passierte war ich mit meinem Revolverdate verabredet. wir wollten den abend…die nacht wieder miteinander verbringen.

noch in der notaufnahme liegend sagte ich ihm bescheid, da er mich abholen wollte.

ich hätte ihn gern bei mir gehabt, doch da ich meinem mann als ersten an meine seite rief, gab ich ihm den hinweis das er kommt und ich es verstehen könne, wenn ihm das unbehangen bereitete. also blieb er fern.

und das blieb er auch die vollen 13 tage wie ich stationär behandelt wurde.
ich fühlte mich verraten, denn ich erinnerte mich an einen satz aus meiner kindheit:

den wahren freund erkennt man in der not.

es war wieder einmal so, dass ich mich betrogen fühlte.
gefickt.
benutzt.

nur gerade von ihm, den ich aus meiner meditationsgruppe kannte, hatte ich so ein verhalten nicht erwartet, da wir die selben grundtugenden anstrebten. das passte alles nicht zusammen.

wieder daheim, brachte ich es nicht fertig zur meditationsgruppe zu gehen, da ich wusste, dass ich ihm dort begegnen würde.
vergangenen montag fasste mich mir dann ein herz. ich ging hin.
wir verhielten uns normal. sehr freundlich.
doch innerlich kam ich damit nicht zurecht.

mir ist eines sehr, sehr wichtig bei menschen in meinem näheren umfeld und das ist loyalität!

ich schrieb ihm also, da es mich beschäftigte und er erzählte mir, dass ihm bewusst wurde, dass er mit mir niemals zusammenleben könnte. keine kinider bekommen und er mir deswegen keine hoffnung machen wollte indem er mich besucht.

mal abgesehen davon, dass man das alles in einer polyamoren beziehung uneingeschränkt leben kann, war ich für den moment beruhigt. ich war beschwichtigt, doch im grunde, entschuldigt es trotzdem nicht, dass er mich hängen ließ…und nun habe ich immer noch keine lust ihm bei der meditation zu begegnen. ich fühle mich einfach benutzt. eine weitere nummer auf seinem kerbholz. eine weitere ex mit der er immer noch so toll in kontakt steht. das will ich nicht sein.

ich glaube ich habe eine andere einstellung zu menschen in meinem näheren umfeld. ich würde des nachts durch die botanik fahren, riefen sie nach mir. würde mein möglichstes tun ihnen eine stütze zu sein. und dazu muss ich mit ihnen nicht schon seid 10 jahren befreundet sein…