first cut is the deepes
gute 2 jahre liegt nun die trennung zurück.

es ist so viel passiert. ich habe so viel verstanden. ich habe so viel gelernt. ich habe viel durchlebt.

ich sitze jetzt hier. an genau der stelle wo wir einst saßen, als es zu ende ging. der raum hat sich komplett verändert. dort wo einst die couch stand ist jetzt mein bücherregal, die poledancestange und meine yogamatte… ich sitze auf dem boden, habe kerzen an und möchte endlich die dinge sagen – schreiben – die mir unausgesprochen auf dem herzen liegen und mich festhalten, an längst vergangenem. gleichzeitig blicke ich mit dem herzen schon nach vorn in eine liebevolle Zukunft.

ich möchte verzeihen. mir. dir.
ich möchte meinen glauben an liebe und Loyalität,
möchte mein vertrauen und mein offenes herz zurück.

ich möchte sagen:
es tut mir leid.

es tut mir leid, dass ich meinen willen durchdrücken wollte. ich entschuldige mich, dass ich dir so viel leid zugefügt habe. mir ist völlig klar, dass ich dich tief verletzt habe.  es tut mir von herzen leid.

ich habe nach dem unfall so wahnsinnig viel in frage gestellt. es war wie ein wach rütteln und ich sah mit so völlig klaren augen, dass das leben das ich, das wir führten, nicht das leben war, das ich wollte und gleichzeitig wusste ich keinen ausweg aus der situation und ich fühlte mich so wahnsinnig gefangen, verzweifelt und unfähig zu handeln. das war auch der grund, warum ich vorgelebte muster abspielte, die ich mir in der beziehung meiner eltern abgeguckt hatte, die ich selbst garnicht für richtig erachte.

ich habe dich nicht mehr gesehen.

du hast so viele schöne dinge gemacht.
du hast mir die glasscheiben von deiner alten arbeit organisiert, dass ich darauf malen konnte. du hast dafür gesorgt dass unsere ausrangierten, alten klamotten abgeholt wurden. du hast die regale in unserer abstellkammer gebaut. du hast eine neue couch organisiert, da meine alte schon in einzelteile zerfallend durch die wohnung flatterte. du hast die gardinenstangen angebracht.
du hast mich zum lachen gebracht.
du hast erkannt dass mir deine berührung so unsagbar wichtig war, dass du ein kuschelritual etabliert hast. du hast super gut gekocht. du hast mich jeden tag im krankenhaus besucht, obwohl das so weit von zu hause entfernt lag. du hast mir ein so zauberhauftes willkommen vorbereitet, als ich aus dem krankenhaus kam. du hast dich so sehr bemüht es mir recht zu machen und musst den eindruck gehabt haben, dass ich das in keiner weise sehe, geschweige denn wertschätze. das tut mir sehr leid. ich habe das alles gesehen und konnte dir nicht genug zeigen, wie sehr ich das wertschätze.

danke. danke für dein ziel, Mausi jeden tag glücklich machen zu wollen.
um so mehr fragte ich mich, wie du glauben kannst, dass ich schlecht über dich bei unseren freunden geredet habe?
schon in unserer beziehung habe ich so oft zu dir gesagt, dass ich es nicht verstehen kann, dass expartner schlecht von- und übereinander reden, haben sie sich doch einmal geliebt. warum glaubst du nun, ich würde das tun? kennst du mich so schlecht?
ich habe nicht schlecht von dir geredet. ich habe immer gesagt wie sehr ich dich liebe, dass ich fehler gemacht habe und habe ganz sicher auch meine enttäuschung über deine entscheidung zum ausdruck gebracht, darüber hinaus, habe ich kein schlechtes wort über dich verloren. wie könnte ich das auch? es gibt nichts schlechtes das ich erzählen könnte, zumal ich selbst auch genug bockmist fabriziert habe.

und warum war dein megafreund dein bester freund? er wusste garnichts von unseren problemen. du hast alles mit deinem bandkollegen bequatscht, der zum damaligen zeitpunkt selbst nicht eine einzige beziehung auf die reihe gekommen hat. dein megakumpel wusste von garnichts. wegen der dankeskarten meldete ich mich damals bei ihm und wir hatten kontakt und was sollte ich ihm sagen, außer die wahrheit, dass du mich verlassen hast? glaubst du wirklich ich bin zu ihm gerannt um dich vor ihm schlecht zu reden? um ihn auf „meine seite“ zu ziehen?  warum denkst du soetwas von mir?
erst vor kurzem schrieb er mich an, um mich zu fragen, wie es mir geht. und da du mir mehrmals vorgeworfen hast, ich hätte dich schlecht gemacht, weswegen er nicht mehr mit dir in kontakt sein möchte, fragte ich ihn, ob das wirklich so war. er versichter mir, dass ich dich nicht schecht gemacht habe.
wie oft habe ich vor anderen gesagt, dass ich dich liebe und dass ich einen fehler gemacht habe. es war seine alleinige entscheidung den kontakt zu dir abzubrechen. er trift eigenverantwortlich entscheidung, unabhängig von mir.

und wie kommst du dazu meine wohnung als liebeshöhle zu bezeichnen?
warum? nachdem du selbst die entscheidung getroffen hattest zu gehen, war das mein zu hause. mein alleiniges zu hause. ich darf hier schlafen mit wem ich will, so oft ich will. in unserer beziehung habe ich nicht mit einem einzigen mann in unserer wohnung geschlafen. dass ich nicht auf dich warten würde und schon garnicht ins kloster gehen würde, war auch klar. warum also schreibst du mir soetwas?

ich möchte sagen:
ich habe einen fehler gemacht.

ich weiß, dass ich einen fehler gemacht habe. ich habe alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte. so hätte ich nicht mit dir reden und umgehen dürfen. ich fühlte mich im recht und war so hilflos und verzweifelt, ohne eine idee für eine lösung, dass ich einzig und allein davon überzeugt war, mein weg sei der richtige und ließ keine anderen perspektiven zu. das war falsch von mir, das sehe ich jetzt ein.

es gibt so viele gründe, warum ich damals die dinge sagte, die ich sagte, warum ich die dinge verlangte, die ich verlangte, warum ich alles so tat, wie ich es tat.  es geht mir heute besser. ich habe so vieles verändert. sie vieles gelernt und erkannt. ich weiß jetzt, dass ich einfach hätte gehen sollen.
mir ging es beschissen. also hätte ich gehen sollen, statt dass ich verlangte, dass du mich gefälligst glücklich zu machen hast.
ich bin für mein glück selbst zuständig und ich habe mein glück damals nicht mehr hier gesehen. ich hätte gehen sollen, um wieder zu mir zu finden. um überhaupt mal meinen weg zu finden. du hättest mir ganz sicher den freiraum gegeben.

selbst nach der trennung warst du noch so bemüht mir alles recht zu machen.
du hast dir sogar gedanken über ein geschenk gemacht.
und gleichzeitig hast du damit meine bitte übergangen, mir nichts zu schenken.
du wolltest es mir auch mit der steuererklärung erleichtern. das habe ich alles gesehen. du hast dir gedanken gemacht. statt, dass wir uns zusammensetzen müssen, hast du einen steuerhilfeverein in anspruch genommen. doch warum? ohne mich vorher zu fragen? es war doch klar, dass wir am ende drauf zahlen würden, statt auch nur einen einzigen cent zurückzubekommen, und genau aus dem grund, ging die rechnung dann auch an dich, da DU den verein in anspruch genommen hast. ganz sicher mit ausschließlich guten absichten. bei mir kam das als: hinterrücks entscheidung an. bei mir kam an: du ziehst dein ding durch, ohne mich zu fragen, also im endeffekt, genau das, was du bei meinem ultimatum das ich dir gestellt hatte, zu deiner entscheidung führte, die du getroffen hast.

und warum habe ich dir deine hindernislaufkarten vorenthalten?
ich denke das weißt du.
wir haben abgemacht, dass du die miete bis märz bezahlst, ja, bis einschließlich märz, und du die karten auch noch bezahlst. das hatten wir mehrmals abgesprochen. und nach meinem 2. krankenhaus aufenthalt teiltest du mir mit, dass aus deiner sicht, die karten damit bezahlt wurden, dass du einen monat länger, als du wolltest, die miete mitbezahlt hast. ein streitpunkt, bei dem wir, zu meinem bedauern, nie zu einer einigung gelangten. hätten wir damals die wohnung gekündigt, wäre das im januar passiert. mit 3 monaten kündigungsfrist, wäre es ebenso bis märz gelaufen. und ich stand da. plötzlich mit der aufgabe 500€ mehr pro monat zu verdienen, denn nachdem ich 2 vorstellungsgespräche für potentielle mitbewohner hatte, war mir klar, dass ich das nicht konnte. ich war dir so dankbar, dass du bis märz zahltest, dass ich die zeit hatte, mein einkommen aufzustocken, um die wohnung alleine halten zu können.

und umso trauriger machte mich im mai deine entscheidung für die karten, nicht wie verabredet, zu zahlen.
ich glaube wir beide hatte wirklich kein ohr mehr für die belange des anderen. keinen respekt und kein bemühen mehr, empathisch auf den anderen für eine lösung zuzugehen.

ich möchte sagen:
es soll nie wieder vorkommen.

ich weiß, dass ich dich mit meinem verhalten tief verletzt habe und ich habe daraus gelernt. für die zukunft. und ich weiß, dass ich das nie wieder jemandem antun werde. ich werde vor allem nie wieder jemandem ein ultimatum stellen.

ich selbst mag es kein stück in die ecke gedrängt zu werden, keine möglichkeit meine eigenen bedürfnisse zu leben – mich auszudrücken. warum also habe ich das von dir verlangt? vielleicht, weil wir die regel mit dem veto hatten. vielleicht aus angst. ausweglosigkeit. verzweiflung.
ich wollte geliebt werden.

ich möchte gern sagen:
wie kann ich es wieder gut machen?

mir ist klar, dass es zu spät ist, doch in gedanken zurück versetzt vor 2 jahren, würde ich dich gern fragen: ich weiß dass ich dich tief verletzt habe und ich habe das starke bedürfnis, dir etwas zukommen zu lassen um den zugefügten schmerz lindern zu können. was könnte ich dir gutes tun?

kurz vor der trennung lernte ich diesen einen mann kennen, mit dem ich im Liquidrom war. er erzählte mir eine geschichte von sich und seiner frau, die mich zu tiefst berührte.

sie verlor ihre mutter an krebs. das ließ sie sehr tief fallen und sie hielt sich an ihrer masterarbiet fest, in die sich sich stürzte, um in ihrer trauer darin zuflucht zu finden. doch als die masterarbeit mit 1+ abgegeben und bestanden war und sie erfolgreich aus dem studium ging, viel sie in ein so großes loch, dass sie psychisch ein völliges wrack wurde und unter anderem einen waschzwang entwickelte. sie war in der schlimmsten zeit so von ihren zwängen beherrt, dass sie nicht mehr in der lage war auf ihrer arbeit auf die toilette zu gehen und sich eines tages in die hose machte. ihr mann wurde benachrichtigt und er holte sie ab.
an sex oder zärtlichkeiten war in der beziehung schon lange nicht mehr zu denken. wovon also lebte diese beziehung noch?
das fragten sich die zwei auch. sie machten sich dazu gedanken. jeder für sich. jeder schrieb auf, was ihm zu dem anderen und der bezeiung einfiel und so vorbeiretet setzten sie sich wieder zusammen.
und sie kamen zu dem ergebnis, dass sie unterm strich, immer noch liebe füreinander empfanden.
und so fanden sie nach und nach, in so einer beschissenen lebensphase, den weg aus dem dunklen tal zurück. gemeinsam.
wie er mir das alles, detailliert im vertrauen, erzählte (und dafür bin ich ihm bis heute sehr dankbar), war mein gedanke, dass du das nicht machen würdest. ich war mir sicher, würde ich an soeinem absoluten tiefpunkt in meinem leben stehen, dass ich vor dir stehe, mit vollgeschissener hose, ich war mir sicher, du würdest nicht bei mir bleiben um mir bei seite zu stehen.

ich glaube, ich tat dir damit unrecht. denn du hast mich so gut du konntest auf händen getragen. ich habe es oftmals garnicht zugelassen. und ich habe es nicht ausreichend gewürdigt.
mittlerweile glaube ich, dass es durch meinen gedanken, du würdest das nicht machen, eine selbsterfüllende prophezeiung gleichte. wie kann ich dieses unrecht nur wieder gut machen?

ich möchte dir sagen:
möchtest du mir vergeben?

es war absolut nicht richtig was ich von dir verlangt habe, was ich gesagt habe, wie ich gehandelt habe und ich möchte dich um vergebung bitten.
ich selbst hadere mit mir, dass ich nicht anders gehandelt habe. ich wünschte, ich wäre dir gegenüber wertschätzender gewesen.
ich bin so dankbar für jeden augenblick den ich mit dir hatte und es erstaunt mich zu sagen, dass ich dankbar bin, dass du gegangen bist. nur auf diese weise konnte ich zu mir finden. und auch, wenn ich weiß, dass ich einen so großen schatz verloren habe, so weiß ich auch, dass es ein wichtiger teil meines weges war, da ich nur auf diese weise den weg finden konnte, auf dem ich jetzt unterwegs bin.

ich möchte danke sagen. danke für die schönen momente mit dir. danke für deine fröhlichkeit, dein lächeln und dein lachen. danke für deine fürsorge. danke für deine kreativität. danke für deine entdeckerlust. danke für deine verspieltheit. danke für deine entscheidungen und danke, dass du so bist, wie du bist. du bist perfekt. und ich wünsche dir von herzen das aller beste. ich wünsche dir von herzen, dass du das leben führen kannst, dass du dir von herzen wünschst. ich bin so glücklich über alles was in den letzten 3 jahren passiert ist, denn ich habe den eindruck, dass mein leben geordnet wurde, um in den bahnen zu laufen, die meine berufung auf direktem wege ansteuern. das fühlt sich unbeschreiblich gut an und ich bin einfach nur dankbar und glücklich.

ich hoffe auch du kannst mir nach den jahren verzeihen und hast dein glück gefunden.

i carry your heart with me, i carry it in my heart