Kategorie: Beziehungskram

Männer und Gefühle

Wer als Frau einen männlichen Partner an seiner Seite hat, kam bestimmt auch schon mal in die Situation, sich unverstanden von ihm zu fühlen, weil er nicht die Emotionalität an den Tag legte, wie wir es (als Frau) von unserem Gegenüber erwartet hatten, nachdem wir unser Herz ausschütteten. Vielleicht kam sogar direkt ein Lösungsansatz, statt der Worte: „Ich versteh was du meinst und fühle mit dir.“

Tatsache ist, dass Männer und Frauen verschieden sind, und das nicht nur im Schritt. Unsere Gehirne sind unterschiedlich ausgerichtet, aufgrund der unterschiedlichen Hormone die durch unseren Körper strömen. Diese verursachen, dass unsere Körper geringfügig anders auf Situation reagieren.

Es ist erforscht worden, warum Männer und Frauen unterschiedlich auf Situationen wie der oben beschriebenen reagieren. Es gibt zwei Gefühlssysteme: das System der Spiegelneuronen und das System der temporal-parietalen Verknüpfungen.

Beide Systeme werden von Männern als auch Frauen verwendet. Unsere unterschiedlichen Hormoncocktails im Körper bewirken jedoch, dass Frauen das System der Spiegelneuronen bevorzugt beanspruchen und damit hauptsächlich mit ihrem Gegenüber mitfühlen und das im wahrsten Sinne des Wortes, weil sie dank dieser Spiegelneuronen das fühlen, was der Gegenüber fühlt. Männer benutzen nach einer kurzen Aktivierung der Spiegelneuronen hauptsächlich die temporal-parietalen Verknüpfungen und sind dadurch in der Lage, eine scharfe Abgrenzung zwischen dem „Ich“ und dem „Anderen“ vorzunehmen. Das versetzt sie in die Lage, klar denken zu können um gezielt nach Lösungen zu suchen.

Diese analytische Vorgehensweise kommt bei uns als gefühlskalt rüber. Schnell bewerten Frauen eine solche Vorgehensweise als Zeichen dafür, dass der Partner die Gefühle nicht versteht und sie ihm gleichgültig ist. Oft sind Frauen von dem unbewegten Gesichtern ihrer Männer abgestoßen.

„Das männliche Gehirn ist nicht dafür konzipiert sich Ängsten hinzugeben: Wenn es ein Gefühl wahrgenommen hat, zapft es sehr schnell die temporal-parietalen Verknüpfungen an, um die kognitive Gefühlsverarbeitung abzuschließen.“ Zitat aus „Das männliche Gehirn“ von Louann Brizendine auf Seite 129.

Liebe Frauen, solltet ihr erneut in eine solche Situation kommen, wisset: Euer Partner ist in solchen Momenten bemüht Euer Leiden zu lindern, in dem sie versuchen, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden. Er drückt dadurch seine Liebe und Zuneigung zu Dir aus.

In dieser Hinsicht können wir uns eine Scheibe abschneiden. Es ist im Grunde genommen von Vorteil nicht gelähmt vor Angst oder Schmerz dazusitzen, sondern das Problem bei der Wurzel zu packen.

Für mich ist das Wissen darum Gold wert und ich hoffe, dass es auch Dir ein bisschen die Augen öffnet und Du für die kommenden Konversationen sensibilisiert bist, dass wir einfach verschieden sind und die Dinge auf unterschiedliche Art und Weise anpackt.

Die 5 Sprachen der Liebe nach Gary Chapman

Die Bedürfnispyramide nach Maslow beschreibt, dass zu aller erst, die Grund- und Existensbedürfnisse gesichert werden müssen. Sicherheitsbedürfnis bilden die Grundlage, diesem folgt das Sozialbedürfnis, Individualbedürfnis, Selbstverwirklichung und schließlich, an oberster Spitze, ist die Transzendens. Das sind die Schritte die gegangen werden müssen um ein „erfülltes“ Leben zu führen.
Zu einem der Grundpfeiler, das Sozialbedürfnis, gehört Zuwendung und das Bedürfnis, wahrhaft geliebt zu werden.

Gary Chapman hat sich zur Aufgabe gemacht, seine Beobachtungen in die Welt zu tragen und da mich seine Erkenntnisse so bewegen, möchte ich Dich nun meinerseits auch daran teilhaben lassen und hoffe, dass es auch Dir ein Stück weit die Augen für neue Herangehensweisen, im liebevollen Miteinander öffnet. Denn noch so viel Materielle Sicherheit und Reichtum, erfüllen nicht das Bedürfnis nach wahrer Liebe, denn jede Isolation zerstört die Seele.

Gary geht davon aus, dass jeder Mensch eine Art „Liebestank“ in sich trägt. Ist dieser gefüllt, fühlen wir uns geliebt.
Um diesen Tank zu füllen, bedarf es einer (oder mehrerer) Sprachen. Er hat insgesamt 5 Sprachen extrahieren können. Jeder Mensch spricht auf eine bestimmte Sprache an.
So wie es auch die großen Sprachen der Welt gibt, mit denen wir uns verständigen (oder auch nicht), so verstehen wir auch in Liebesdingen ausschließlich ausgewählte Signale als Liebesbeweis.

Die wenigsten Ehepartner sprechen von Haus aus die selbe Sprache.
Im schlimmsten Falle, sprechen beide vollkommen versciedene Sprachen und wissen und verstehen nicht, dass der Gegenüber Gefühle der Liebe zum Ausdruck bringt, weil die Vokabeln nicht die Selben, wie in der eigenen Muttersprachen sind und deshalb nicht als Liebesbeweis verstanden werden.

Das klingt im Moment noch sehr abstrakt, deshalb möchte ich ein kleines Beispiel geben:

Es gibt die 5 Sprachen der Liebe:

Lob und Anerkennung
Zweisamkeit
Zärtlichkeit
Geschenke
Hilfsbereitschaft

Spricht also der Mann vor allem die Sprache des Lobes und der Anerkennung, wird er höchstwahrscheinlich auch seine Frau oft für das schön gekochte Essen loben und ihr damit seine Anerkennung zollen. Für sie ist das jedoch eine Selbstverständlichkeit für ihn zu kochen und registriert diese Anerkennung nur nebenher. Was sie sich wünscht, als Zeichen seiner Liebe, ist eine Umarmung zur Begrüßung und ein Guten-Morgen-Kuss, um sich seiner Liebe gewiss zu sein. Sie spricht die Sprache der Zärtlichkeit.
Beide sprechen eine vollkommen andere Sprache und zeigen sich ihre Liebe auf ihrer eigenen Muttersprache und so kommt es vor, dass sie ihn möglicherweise nicht dafür lobt, dass er, trotz das er bis spät gearbeitet hat, noch das Regal im Kinderzimmer angebracht hat. Stattdessen streichelt sie ihm vielleicht liebevoll über die Hand, küsst ihm auf die Wange und bedankt sich schlicht. Er kann mit Zärtlichkeiten nur wenig anfangen und ist enttäuscht, keine Anerkennung für sein Werk zu bekommen. Was ist passiert?
Diese kleinen und feinen Details der unterschiedlichen Ausdrucksweise der Zuneigung führen über Jahre hinweg zu dem Gefühl, nicht geliebt zu werden, da keiner von beiden das vom Partner erhält, was sein Verständnis von Zuneigung und Liebe ist, dabei sprechen beide auf ihre Weise ihre Gefühle aus. Das führt auf lange Sicht dazu, dass sich der „Liebestank“ leert und das Gefühl entsteht, vom Partner nicht geliebt zu werden.

Was wäre, wenn sie wüsste, dass ihm Lob und Anerkennung zeigen würde, wie sehr sie ihn liebt? Vielleicht würde sie nicht nur ihrem eigenen Bedürfnis nach Zärtlichkeit Raum geben und ihm Zärtlichkeiten zukommen lassen, sondern auch, um seinen „Liebestank“ zu füllen, mehr als einem schlichten „Danke“ ein paar lobende Worte finden: „Ach wie schön du das gemacht hast! Es sieht genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Du bist eben ein sehr talentierter Handwerker.“ Merkst Du den Unterschied?

Liebe ist ein Willensakt.

Die erste Phase des Verliebtseins hat nichts mit Liebe zu tun. Wir suchen uns nicht aus in wen wir uns verlieben. Und mit der rosaroten Brille auf, sehen wir nicht mehr die störenden, nervigen Macken des anderen, im Gegenteil, sie sind sogar noch bezaubernd. Wir sind verstrickt in einem Phantasiegebilde vom Partner. Wir lassen außer acht, dass auch er seine ganz eigene Vorstellung vom Leben haben könnte, da wir ja so gut zusammen passen und können uns im Traum nicht vorstellen, dass uns unser Partner einmal verletzen könnte.
Sind dann, nach durchschnittlich 2 Jahren, alle Hormone wieder auf dem Normalzustand abgesunken und aus der rosaroten Brille ist wieder eine durchsichtige geworden, kommen die ersten Macken zum Vorschein, die nicht mehr so liebenswert sind, sondern einfach nur noch nervig. Ab jetzt beginnt der Willensakt. Ich entscheide mich willentlich dafür, meinen Teil dazu beizutragen, dass es meinem Partner gut geht, dass er glücklich ist und sich geliebt fühlt. Genau aus diesem Grund, ist es von entscheidender Wichtigkeit, zu wissen, wie ich meinem Partner überhaupt das Gefühl geben kann, geliebt zu sein. Ist das eine ganz andere, mir vielleicht völlig fremde Sprache, dem Chinesischen gleich, kann es anstrengend sein, sich an die neue Sprache heranzutasten und erfordert Willensstärke.

Wie haben wir uns ineinander verlieben können, wenn wir doch so unterschiedlich sind?

In der Phase der Verliebtheit sind wir ohne große Mühe in der Lage alle Sprachen zu sprechen, erst im Laufe der Zeit, kommen wir wieder in unsere Muttersprache zurück. Am Anfang, wenn wir auf Wolke 7 schweben, bringen wir unserem Liebsten vielleicht eine kleine Blume vom Feldrand (Geschenke). Wir können die Hände nicht voneinander lassen (Zärtlichkeit), wollen jede freie Minute miteinander verbringen (Zweisamkeit), sind begeistert vom Gegenüber und was er alles kann (Lob und Anerkennung) und sind sofort da, wenn er neue Projekte startet und Unterstützung bei der Umsetzung braucht (Hilfsbereitschaft).
Ist der Hormonrausch der ersten Zeit abgeebbt, bedarf es unserer willentlichen Entscheidung unserem Partner das zu geben, was er als Liebesbeweis versteht.

Ich finde diese Beobachtung von Gary absolut herausragend und bin davon überzeugt, dass dieses Wissen, die Qualität vieler Ehen und Verbindungen rasant anheben würde, denn nichts ist frustrierender, als aneinander vorbei zu reden. Jeder sagt dem anderen auf seine Weise, dass er ihn liebt, nur ist die Sprache nicht verständlich und kommt nicht an. Das führt zu Frust und im Ernstfall zur Trennung, denn wer möchte schon mit einem Partner leben, von dem man meint, keine Liebe zu bekommen?

Um diese Erkenntnisse ein Stück nach draußen zu tragen, möchte ich nicht nur sein gleichnamiges Buch empfehlen, sondern auch in 5 weiteren Artikeln die 5 Sprachen der Liebe einzeln vorstellen. Das hilft, zu verstehen, warum es in den letzten Jahren immer und immer wieder um die selben lästigen Vorwürfe im Streit ging.

all you need is love

Bild: aslysun

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