Kategorie: Die Macht der Worte

Die Macht der Worte: Mehr

„Ich möchte mehr (Frei-)Zeit.“
„Ich möchte mehr Geld.“
„Ich möchte mehr Ruhe.“
Bekannte Aussagen nicht wahr?! Sehr wahrscheinlich hat jeder von uns einmal einen solchen Satz zu sich und auch anderen gesagt, in der Hoffnung, dass bald das ersehnte Resultat in Erscheinung trete.

Jedes Mal, wenn Du eine „Mehr“-Äußerung verlauten lässt, gibst Du Deinem Unterbewusstsein zu verstehen, dass Du die Fähigkeit, die Du vermehren möchtest schon entwickelt hättest.

Der Glaube an ein nicht vorhandenes Fundament

Jemand, der viel Geld hat, weiß auch, wie er es weiter vermehren kann. Jemand der sich „mehr“ Geld wünscht, weiß es nicht, sonst hätte er es ja. Also fehlt dem „Mehr“-Wunsch jede Grundlage. Die Basis der Fähigkeit von der Du Dir „mehr“ wünschst ist also gar nicht vorhanden.

Es geht im Grunde um die Qualität und nicht die Quantität einer Fähigkeit. Mit „mehr“ redest Du Dir ein eine Basis zu haben, auf der Du aufbauen könntest, dabei fehlt jede Grundlage dafür.

Die entscheidende Feinheit, die Du nun also ändern kannst, um an Dein ersehntes Zeil zu kommen ist, ins Handeln zu kommen. Eine Fähigkeit entwickelt sich immer dann, wenn wir sie verwirklichen, ganz gleich, wie viel wir davon haben. Wie das tägliche Training eines Sportlers, kannst Du auch Fähigkeiten von denen Du „mehr“ haben möchtest trainieren.

Welches Gefühlt hast Du bei Deinen „mehr“-Aussagen?

Komm einmal ins das Gefühl und schreibe 5 Deiner gebräuchlichsten „mehr“-Sätze auf:

Ich möchte mehr …
Ich brauche mehr …
Ich will mehr …
Ich sollte mehr …
Ich wünsche mir mehr …

Wie fühlt sich das für Dich an?
Steigt ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit auf oder gar Verzweiflung?
In mir steigt ein Gefühl der Frust, der Unzulänglichkeit und Unzufriedenheit auf. Eigentlich genau das Gegenteil von dem, was ich mit der Aussage erreichen wollte.

Der „mehr“-Wunsch vermittelt Dir auch das Gefühl nicht genug zu haben, vielleicht sogar unzulänglich zu sein. Lässt Dich so ein Gefühl in die Hände spucken und das Problem anpacken? Eher nicht, Du fühlst Dich ja schlecht.

Und was passiert, wenn Du es weg lässt?

Nun lass das Wort „mehr“ in der nächsten Wahrnehmungsübung weg und schau, was es an Deiner Wahrnehmung verändert.

Ich möchte …
Ich brauche …
Ich will …
Ich sollte …
Ich wünsche mir …

Bei mir wird mein Bedürfnis sofort greifbarer. Es ist konkreter und ich habe Hoffnung und Motivation in Richtung meines Ziels zu gehen. Geht es Dir genauso? Dann streiche zukünftig das Wörtchen „mehr“ aus Deinem Wortschatz und fühle Dich fortan glücklich und steuere zielgerade auf Deine Wünsche und Sehnsüchte zu.

Sei glücklich, bewusst und verantwortungsvoll.

Die Macht der Worte: Ärger

Wer kennt es nicht?! Und wieder hast Du Dich an die falsche Kasse gestellt. Und der Typ ganz vorne lässt sich beim Einpacken auch nicht aus der Ruhe bringen. Und dann bist Du auch noch spät dran! Wolltest nur kurz noch was einkaufen, weil doch noch was vom Einkaufszettel fehlte. 

Ärger. „Ich ärger mich.“

Der gute, alte Ärger. Eine sehr deutsche Reinkultur. Es gehört gewissermaßen zum guten Ton, sich zu beschweren – sich „Luft“ zu machen. Begehrte Themen sind das Wetter, die Nachbarn und Frau Merkel. Dabei könnte doch alles so schön sein richtig?! Oder ist es das vielleicht schon, nur Du siehst es nicht?

Wann immer wir uns ärgern, sind meistens ganz viele verschiedene Einflüsse daran schuld. Denken wir zumindest. 

Alltägliche Sprache beeinflusst, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen. Worte haben eine gewaltige Kraft, die wir zu unseren Gunsten nutzen können.

Im Innen beginnt alles

Ärger entsteht in uns selbst. Er kommt nicht vom Außen. Wann immer wir uns also Ärgern, sind wir selbst dafür verantwortlich. Das glaubst Du nicht? Wenn der Typ da vorn an der Kasse ewig trödelt, hat das doch nichts mit mir zu tun?!

Ja, Du hast recht. Es liegt ganz allein an Deiner eigenen Bewertung. Ein anderer Kunde vor Dir ist in derselben Situation wie Du und bewertet die vermeintlich gleiche Situation vollkommen anders. 

Die Empfindung, geärgert zu werden, kommt von innen und nicht aus dem Außen. Oftmals ist Ärger eine Erscheinung von einem vollen Fass, dass sich über längerem Zeitraum aufgebaut hat und nicht beachtet wurde. Viele „Runterschluckmomente“, in denen sich das innere „Ärgerfass“ langsam und stetig gefüllt hat. Was ist das ungelebte und unbefriedigte Bedürfnis, was Deinem Ärger zugrunde liegt?

Hast Du beim ersten Einkauf die Liste unachtsam gelesen und die Hälfte vergessen? Sind Deine Termine zu eng getaktet, so dass Du nun im Stress bist? Ist diese Einkaufshalle eigentlich immer rappelvoll? Und der Kassierer erinnert Dich an Deinen gemeinen Schwiegervater? 

Der erste Schritt zur Veränderung

Bevor das Ärgerfass wie eine Bombe explodiert, horch in Dich hinein. Werde Dir bewusst, wann Du Dich ärgerst, bzw. DASS Du Dich gerade ärgerst. Fühle den Zorn. Mache Dir bewusst, dass Du selbst es bist, der sich ärgert. Warum bewertest Du die Situation auf diese ganz bestimmte Weise? Du könntest mit der Wartezeit auch allerhand schöner Dinge anstellen. Schon mal das Geld zusammenzählen dass Du brauchst. Der Freundin auf ihre Nachricht antworten. Vokabeln lernen oder fasziniert Leuchte beobachten.

Der zweite Schritt

Kultiviere positive Deutungen und höre auf, dem typisch deutschen Genörgel nachzugehen. Hör in Dich rein, warum Du Dich selbst so ärgerst. Ärger ist nichts weiter, als eine negative, gegen sich selbst und andere gerichtete Interpretation des Geschehens. Also warum deutest Du nicht einfach die Situation zu Deinen Gunsten um?! Ist es nicht viel schöner, glücklich zu sein und positiv zu denken?

Viele dieser Ärgerfässer haben sich über lange Zeit aufgebaut und es ist nicht immer so einfach den wahren Ursprung dieses tiefersitzenden, unbefriedigten Bedürfnisses auf die Spur zu kommen. Nutze also jede Gelegenheit, wie ein richtiger Sherlock, dem wahren Verbrecher zu enttarnen und ihm auf diese Weise Gehör zu verschaffen. Dann kann er endlich glücklich und zufrieden in Dir existieren und löst keinen oder zumindest weniger Ärger aus. Sei verantwortlich für deine Gedanken und Emotionen. Du kannst sie bewusst steuern.

Schritt drei

Wende Dein Wissen und Deine Bewusstheit nachhaltig an, um auf lange Sicht glücklicher und zufriedener zu leben. Du wirst Dich ganz gewiss noch oft genug in Deinem Leben ärgern. Beschränke es auf die wirklich schönen Dinge, über die Du Dich mit Freude ärgern kannst. Am Ende bist Du derjenige, der die Auswirkungen dieser negativen Gedanken, nach jahrzehntelanger Kultivierung am ganzen Körper zu spüren bekommt, nicht Deine Mitmenschen. Schmerz und Krankheit hast Du Dir dann eigenständig zugefügt und nicht die anderen. 

Also packe Deine Bedürfnisse beim Schopf und finde kreative Lösungen für Deine Ärgerfassfüller: Gehe in eine Einkaufshalle die ruhiger ist oder gehe dort zu einer anderen Zeit hin. Plane Deine Termine sorgfältiger und ausgedehnter. Hake Deine Einkaufsliste ab. 

Mach aus Deinem Ärger eine Challenge: Morgen ärgere Dich nur 3 Mal. 

Sei glücklich, bewusst und verantwortungsvoll.

Die Macht der Worte: Ja, aber…

Wie auch im NLP praktiziert, ist der bewusste Umgang mit den eigenen Worten sehr wichtig. Ob wir uns groß machen oder klein, ob wir in uns vertrauen oder uns als Dummkopf bezeichnen wirkt sich auf unser Leben aus.

Alltägliche Sprache beeinflusst, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen. Worte haben eine gewaltige Kraft, die wir zu unseren Gunsten nutzen können.

Formulierungen die die Wahrnehmung abschneiden

Ein Aber bewirkt, dass wir statt ins Bewusstsein direkt in den Verstand wechseln – unsere imaginäre Vergangenheit oder Zukunft. Es verhindert, dass wir ins fühlen kommen.
Aber errichtet direkt eine Wand, wo das Gefühl, die Argumente oder Anliegen meines Gegenüber zu verstehen und zu empfinden, damit ich mich auf seine Welt einlassen kann. Es verhindert also eine gemeinsame Sprache und geht hin zu einem Kampf – jeder gegen jeden. Jeder behauptet sich und seine Wahrheit ohne zu fühlen, was vielleicht verbindende Glieder sind.

Alles was vor Aber steht ist eine Lüge

Das was dem aber folgt fügt der Wahrheit nicht noch mehr Information zu. Es versucht sie auszulöschen um der eigenen Wahrheit mehr Gewicht zu geben. Wir verteidigen auf diese Weise unsere Wirklichkeit. Das Resultat ist die ständige Selbstbehauptung. Meine Belange sind mehr wichtig, mehr richtig, wahrer…

„Wer denkt, er weiß oder habe begriffen, ohne es bewusst verinnerlicht zu haben, weiß nicht wirklich. Es fehlt ihm das Gefühl, es als wahr-(an)-genommen zu haben. Ein Manko, dass er vergeblich versucht, mit „aber“ zu kompensieren. Wer aber sagt, ist also nicht, wie es scheint, ein Besserwisser, sondern einer, der unbewusst sein Wissen verbessern will.“ Lelia Kühne de Hahn, „Ja, aber… – Die heimliche Kraft alltäglicher Worte und wie man durch bewusstes Sprechen selbstbewusster wird“, Seite 18, 2004, Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH München

Bewusste Kommunikation

Alle Theorie nütz nichts, wenn wir es nicht am eigene Leib erfahren haben. 
Nehme ich folgendes Beispiel, das kenn wir sicher alle aus unserer alltäglichen Sprache:
„Das möchte ich gern machen, aber ich habe keine Zeit und es kostet so viel.“

Auf welche Stelle des Satzes hast Du Dich am meisten konzentriert? Lag Dein Fokus darauf das Du das gerne machen möchtest?
Welchem Teil des Satzes hast Du die größte Bedeutung beigemessen?
Und nun versuch es einmal ohne das Aberanhängsel.

„Das möchte ich gern machen.“

Wie hat sich das für Dich angefühlt?
Nimmst Du wahr, dass Du das machen möchtest? 
Spürst Du Schranken die DIch abhalten oder hast Du Lust darauf loszulegen?
Wie hat sich deine Wahrnehmung verändert?

Alte Schranken lösen

Denke vielleicht mal an etwas, dass Du schon lange einmal machen wolltest. Wie lange hast Du Dir das mit diesem Aber-Glauben bereits versagt? Vielleicht erreichst Du Dein Ziel nicht heute oder morgen. Durch die Bewusstwerdung dass Du das möchtest, indem Du aber weg lässt, kommst Du Deinem Traum in jedem Falle ein Stückchen näher. Das Aber schneidet Dich dann nicht mehr von Deinen Gefühlen ab, die Du Dir sonst vorenthältst.

Aber-los zu leben, bedeutet nicht, nicht auch anderer Meinung sein zu können. Es fördert einen respektvollen Umgang miteinander, weil Gefühle und Emotionen zugelassen werden können, die das beiderseitige Verständnis erhöhen. 

Wahrzunehmen, worum es dem Gegenüber geht hat zur Folge, dass wir nicht mehr erpicht darauf sind, uns von den Argumenten des Anderen abzugrenzen und sie niederzumachen. Eine aberlose Auseinandersetzung überwindet Grenzen und Abschottung und fördert eine gemeinsame Sprache. 

Miteinander statt Gegeneinander

Indianern ist das Wort aber völlig fremd. Sie kennen und nutzen einzig und allein das verbindende Wort auch. Wer aber sagt und glaubt, will insgeheim etwas oder jemanden besiegen. Wer  auch denkt und sagt, will etwas dazu gewinnen.  

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