Kategorie: Heilpflanzen

Das kleine Löwenmäulchen in meinem Topf

Eines meiner neuen und viel geliebten Rituale ist es, mit dem Rad noch eine kurze Runde entlang des Fontane-Wegs zu radeln. Die Aussicht über das grün der Weideflächen, mit den Pferden, dem Fuchs und meine bestaunten Kräuter ist unvergleichlich und macht mich über die Maßen glücklich. Ich habe Bewegung an der aromatischen Landluft und strahle übers ganze Gesicht, wenn es wieder Richtung Wohnung geht, mit meinen frisch geschnittenen Kräutern für meinen Tee.

Die Zubereitung der helfenden Salbe des Leinkrauts - Einfach und schnell aus der Apotheke der Natur. Das Rezept und die Anwendungsgebiete simpel erklärt.

Auch gestern machte ich mich nach der Arbeit noch mal mit meinem Drahtesel auf den Weg. Mein Ziel war es, das wunderschöne Leinkraut zu ernten. Ich wollte Leinkrautsalbe machen. Sie ist einfach und sehr schnelle umzusetzen.

Die laaaaaaaaange Zutatenliste

Mit insgesamt nur 3 Zutaten ist sie in Handumdrehen zubereitet

Alles, was ich dazu brauchte, waren:
• etwa 5 g Leinkrautblüten
• 35 g Kokosöl oder Kokosfett
• 10 g Olivenöl

Ich schnitt mir die Blütenstängel des Leinkrauts ab und radelte mit meinem Fahrradkorb voller Blüten wieder nach Hause.

Zubereitung

Für die Zubereitung schnitt ich jede einzelne Blüte vom Stängel und fing sie einer Schüssel auf.
Erhitzte dann das Kokosöl, damit es flüssig, wurde und gab anschließend die Blüten und das Olivenöl dazu. Gut verrührt, ließ ich es dann mit verschlossenem Deckel für eine halbe Stunde bei niedrigster Temperatur köcheln.
Ich ließ es noch weitere 12-24 Stunden ruhen. Insofern das Öl wieder erhärtet ist, erhitzte das Öl noch mal, danach wird es abgeseiht, sodass die Blüten aus dem Ölgemisch entfernt werden. Fertig.
Mein Öl war noch flüssig und so sparte ich mir das zweite Erhitzen.

Die Zubereitung der helfenden Salbe des Leinkrauts - Einfach und schnell aus der Apotheke der Natur. Das Rezept und die Anwendungsgebiete simpel erklärt.

Die Salbe werde ich nun meiner Mutter schenken. Da sie uns immer beschützt, weil Mücken sie lieben, wird ihr die Salbe glaube ich gut helfen, wenn sie danach den allzu bekannten Juckreiz bekämpfen möchte.
Außerdem kommt die Salbe bei Fisteln, Geschwüren, Hämorriden, Hautentzündungen und Wunden zum Einsatz.

Schnelle und natürliche Hilfe bei alltäglichen Beschwerden aus der Apotheke der Natur.

Orchideen am Wegesrand – Das Leinkraut

Anmutend, wie eine kleine Orchidee, entdeckte ich das Leinkraut am Wegesrand. Als Heilkraut ist es mittlerweile eher in Vergessenheit geraten.
Da es nun in meiner Untersuchungshaft sitzt, schaue ich einmal genauer hin, was für Eigenschaften es mitbringt. 

Das Leinkraut - Ein vergessenes Heilkraut mit der Anmut einer Orchidee. Es Hilft bei Beschwerden der Magenschleimhaut und Hämorriden.

Typische Aufenthaltsorte

Finden kannst Du es, wie ich, am Wegesrand. Es steht gerne auf trockenen und kalkigen Böden. Sandige und steinige Böschungen oder Schuttplätze nennt es sein zu Hause und wächst dort gern in flächendeckenden Büscheln. Von Juli bis September sind die gelben Blüten zu bewundern und bilden die Grundlage für Tees, Tinkturen und Salben, die Du Dir ganz schnell und sehr einfach selbst herstellen kannst.

Das Leinkraut - Ein vergessenes Heilkraut mit der Anmut einer Orchidee. Es Hilft bei Beschwerden der Magenschleimhaut und Hämorriden.

Wobei sie ihre Hilfe anbietet

Mit Wirkstoffen wie dem Glykosid Linarin, Peganin, Apfel-, Gerb- und Zitronensäure ist sie eine Wunderwaffe gegen Juckreiz. 
Vor allem für Betroffene des Hämorridenleidens können mit einer Salbe aus den bezaubernden Blüten Linderung erfahren. 

Brennende bis rote Augen, Fisteln, Geschwüre, Haut- sowie Magenschleimhautentzündungen, Nierensteine, Ödeme, Wassersucht und auch Wunden sind das breite Spektrum des Kleinen Löwenmauls, wie es noch bezeichnet wird.

Viele Namen

Wie jeder richtige Gangster, hat auch dieses Heilkraut viele Namen unter denen es gefunden werden kann. 

Feigblätterkraut, Froschmaul, Flachskraut, Frauenflachs, Harnkraut, Katharinenkraut, Maulaffe und Hasenmäuler sind Namen, die in alten Aufzeichnungen zu finden sind und alle diese eine Pflanze meinen. Ist das nicht erstaunlich?!

Dies & Das

Es ist also eine ungiftiges Heilkraut, dass auch nur schwerlich verwechselt werden kann. 

In Milch abgekochte kann es auch als Fliegengift dienen und wurde früher gerne in der Einstreu von Landwirten untergemischt, um lästige Insekten fern zu halten. 

Unsere Vorfahren verwendeten das strahlende Geld der Blüten auch zum Färben. Als Basis für Blondierungen der Haare war es ideal. 

In der Insektenwelt ist das Heilkraut auch unter den Namen „Kraftkraut“ bekannt, da die Unterlippe durch ein federndes Gelenk gegen die Oberlippe gepresst wird und dadurch eine Kraft bedarf um geöffnet zu werden. Nur für größere Wildbienen und Hummeln ist diese Anstrengung schaffbar. Der Nektar wird also gut bewacht. Vereinzelte Schmetterlinge stecken geschickten ihren langen Rüssel hinein um an den kostbaren Saft zu gelangen. ,Erdhummeln sind zum Beispiel so dreist und begehen „Blüteneinbruch“, in dem sie den Sporn schlicht und ergreifend aufbeißen. 

2 bis 3 Tässchen Tee am Tag

Die gesammelten Blüten, ob frisch oder getrocknet, kannst Du Dir einfach mit kochendem Wasser aufgießen. 

Einen Teelöffel pro Tasse ist dabei eine geeignete Dosierung und sollte 5 Minuten ziehen. In der Regel wir eine verzehr von 2 bis 3 Tassen und hilf ausgezeichnet bei Verstopfungen. DIe Büroarbeit und das träge Leben vor dem PC und Lenkrad führt oftmals zur Erschlaffung des Darms. Da kann so ein Teechen für Erleichterung sorgen.

Also, weiterhin die Augen offen halten und schauen, was da so am Wegesrand wächst, wenn Du unterwegs bist. 

Das Leinkraut - Ein vergessenes Heilkraut mit der Anmut einer Orchidee. Es Hilft bei Beschwerden der Magenschleimhaut und Hämorriden.

Bettstroh unserer lieben Frauen

Für jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen so heißt es. Auch das vernachlässigte Labkraut hat so einiges an Telent zu bieten und gut reicht es dabei auch.

Leichter, süßlicher Honigduft erfüllt die Luft und ich radle glücklich an der Oder entlang, als mir gewahr wird, dass der bezaubernde Geruch des Wahren Labkrauts (Gallium verum) herrührt. Ich halte unvermittelt an und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus! Da steht es! In voller, gelber Pracht erstreckt sich der pittoreske Anblick der bizarren Pflanze den gesamten Horizont entlang. 

Viele, viele Arten

Bei mir zu Haus, in der Landeshauptstadt, habe ich ein anderes der insgesamt 600 bekannten Labkrautarten gefunden: das Wiesen Labkraut – Galium mollugo. 

Das Wiesen Labkraut ist dem Wahren Labkraut im Grunde eins zu eins gleich, lediglich die Farbe der Blüten und der intensivere Geruch ist ihnen verschieden.

Das Bettstroh, wie es auch genannt wird, hat weiße Blüten. Es zählt zu den Marienkräutern, da Maria es dem Christkinde nach der Geburt in die Wiege gelegt haben soll. Es heißt, dass dies, das einzige Kraut sei, dass der Esel nicht gefressen hätte und wer liegt schon gern auf einer matratzenlosen Lattenroste?! Das wäre ein weniger verheißungsvoller Auftakt in das Leben gewesen, gleichwohl es den beschwerlichen Werdegang des Jesu typisch gewesen wäre. 

In der Geschichte, wurde dieses Kraut tatsächlich auch den Frauen ins Bett gelegt, wenn sie in froher Erwartung waren. Daher der Name „Bettstroh“. Es hemmte wohl die Schmerzen der Geburt. 

Ein Bierchen auf der Wiese

Tatsächlich hat es auch eine gerinnende Wirkung. Diese Eigenschaft wurde früher gerne genutzt, um Milch weiterzuverarbeiten. Es war auch ein gern genutztes Kraut für die Heilbierherstellung, da es, wie gefühlt so ziemlich jedes Kraut, harntreibend wirkt.

Für jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen so heißt es. Auch das vernachlässigte Labkraut hat so einiges an Telent zu bieten und gut reicht es dabei auch.

Heutzutage kannst Du Dir den Grasstern auf Wiesen, Wegrändern, Ufern oder Dünen pflücken und in den Salat schnippeln. Vor allem die zarten Blüten bevorzuge ich sehr. 

Auch ein Blütenwasser, das ich auch so liebe, ist eine wundervolle Alternative zu zuckerhaltigen Getränken. Pflückst Du Dir die schönen Blüten des Labkrauts, kannst Du sie in Wasser einlegend: Über Nacht in den Kühlschrank und am nächsten Tag frisch genießen. Das Wasser wird herrlich aromatisiert nach Honig schmecken. Ganz ohne Zusätze, mit Ausnahme von kleinen Insekten vielleicht, die dann tot an der Wasseroberfläche schwimmen.

Wenn es zwickt und zwackt

Labkräuter sind auch überlieferte Heilkräuter. Wenn auch nicht so bekannt, sind sie die Wunderwaffe gegen alle möglichen Krebssorten die im Hals- und Kopfbereich angreifen. Zungen- oder Kehlkopfkrebs wurden mithilfe dieser Pflanze bereits mehrfach auskuriert. Effektiv bekämpft wird ein Kropfleiden und auch Stimmbänderlähmungen gehören bei guter Behandlung bald der Vergangenheit an.

Genießt Du den Labkrauttee, reinigt er Deine Nieren, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, Milz und das Lymphdrüsensystem. Bist Du geplagt von Hauterkrankungen oder Wunden, so kann die Labkrauttinktur wahre Wunder bewirken. 

Es wirkt beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, krampflösend und nervenstärkend.
Und für wahr, allein der Duft der Blüte hat mich so breit grinsen lassen, dass mich wohl nichts so einfach hätte aus der Bahn werfen können. 

Also halte die Augen offen. Vielleicht findest Du ja den bezaubernden Butterstiel. Es ist ganzjährig zu finden und kann dabei auch leicht mit Waldmeister verwechselt werden, da sich das Blätterkleid sehr ähnlich ist. Waldmeister ist auch ein bedeutungsvolles Kraut, jeden wahrscheinlich von Wassereis oder Berliner Weiße bekannt. Solltest Du Dich also mit deinem Fund irren, genieß ihn gewissenlos, es wird Dir alle Male guttun. 

Sagenumwobenes Heil aller Schäden

Altes Wissen über Heilpflanzen ist vollkommen verschwunden, dafür kenne wir Marken wie Addidas und Puma. Neu aufbereitete Heilkräuterkunde.
Altes Wissen über Heilpflanzen ist vollkommen verschwunden, dafür kenne wir Marken wie Addidas und Puma. Neu aufbereitete Heilkräuterkunde.

In Untersuchungshaft heute: die Schafgarbe.

Wie jedes begabte Wunder, ist auch dieses unter vielen Namen im Volksmund bekannt. Es ist ein Achilleskraut, ein Bauchwehkraut, ein Tausendblatt, ein Blutstillkraut und Frauendank. 

In alten Kräuterbüchern wird das Heilkraut oft als „Heil aller Schäden“ bezeichnet. Es wird dort angewendet, wo bereits vermutet wird, das Hopfen und Malz verloren sei. Die blutreinigende Kraft kann jedoch so mach jahrelang eingenistete Krankheit aus dem Körper verbannen.

 

Wo es steht und geht

Das Kraut tummelt sich gern auf Kalkböden, die nährstoffreich und trocken sind. 

Wie im Urlaub am Strand liebt das Tausendblatt den Sonnenschein und verweilt dann mehrjährig an Ort und Stelle. 

Oft treibt es sich auf Wiesen und an Wegesrändern in ganz Europa herum. Sie sucht sich gleichzeitig auch manchmal ruhigere Plötzlich wie auf Ödland oder Schuttplätzen. 

Optische Merkmale

Du erkennst das Achilliskraut an den gefiederten Blättern. Diesen Blättern ist sein Name Tausendblatt geschuldet. Der Prachtkerl kann bis zu einem Meter hoch wachsen. Die Blütenkörbe setzen sich aus mehreren kleinen rispenartigen Blütenständen zusammen und wirken dadurch wie eine Dolde. Je nach Bodenbeschaffenheit passt sich der Frauendank optisch an seine Umgebung an. Sein Blütenkleid kann von weiß, über zartrosa bis hin zu pink oder rot ausfallen.

Wofür ist es bekannt?

Man sagt dem Blutstillkraut nach ein „Allheilmittel“ bei fast allen Krankheiten zu sein. Bei Frauen lindert es Monatsbeschwerden. Alles rund um die Unterleibsbeschwerden und Wechseljahresleiden können gemildert werden. Migräne vertreibt sie ganz und gar. 

Mit Magen- und Darmerkrankungen versteht sie sich auch nicht gut und vertreibt diese aus dem Leib. Husten und Erkältungskrankheiten fürchten sie. Sie ist ein absoluter alleingänger und vertreibt sogar Gicht, Rheuma, Geschwüre, Hämorriden, Fieber, Krämpfe, Leber- und Nierenleiden. Wo das Achilliskraut auftaucht, da wird sauber gemacht, denn sie mag er reinlich und gesund. 

Heldensagen – der Ruf der ihr vorauseilt

In den Kreisen der KräuterMafia ist die Schafgabe auch unter dem Namen Achilles millefolium bekannt. 

Achillis, der Kämpfer der griechischen Mythologie heilte seine Soldaten mit der Schafgabe. Als Soldatenkraut war sie dafür bekannt Blutungen von Wunden zu stoppen und die Schmerzen zu lindern. Achillis hatte dieses Wissen vom Zentaur Chiron erhalten und gab es an seinem Waffengefährten Patroklos weiter. Die zerdrückte Schafgarbenwurzel wird mit einem Verband auf die Wunde gegeben und entfaltet dort seine Wirkung.

Millefolium bedeutet Tausendblatt. 

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