Kategorie: Kommunikation

Sprache der Liebe – Lob & Anerkennung

Der Paartherapeut Gary Chapman hat in seiner Arbeit mit Paaren heraus gefunden, dass es 5 Sprachen gibt, mit deren Hilfe Menschen ihre Zuneigung ausdrücken. Da nicht jeder alle Sprachen spricht, kommen Liebesbeweise beim Partner zum Teil nicht so an, wie wir es glauben. Allein das Wissen darum, dass Dein Partner vielleicht eine ganz andere Art der Kommunikation braucht, um zu verstehen, dass Du ihn liebst, hilft sehr, am Umgang miteinander zu arbeiten.

Lob und Anerkennung ist eine der 5 Sprachen und kann in verschiedenen Dialekten gesprochen werden, zum Beispiel: höfliche Worte, freundliche Worte und ermutigende Worte.

Wertschätzende Kommunikation ist die Grundlage einer jeden Beziehung. Wenn ich das Gefühl habe, dass mich mein Partner wertschätzt, denke ich mit viel mehr Liebe an ihn und komme auch nach 20 Ehejahren noch auf die Idee, meinem Liebsten ein Blümchen vom Wegesrand zu pflücken, nur um ihn lächern zu sehen. Ganz wie frisch verliebt. Wird jedoch zu Hause nur tadelnd bemerkt, dass das Regal immer noch nicht angebracht ist und der Müll noch vom Vortag in der Küche steht, dann bleibt die Blume ungesehen, vor Frust am Wegesrand stehen. Das ist zwar gut für das Blümchen, aber nicht gut für die Beziehung und macht am Ende alle Beteiligten krank und kaputt.

Viel schöner ist es, bewusst dem Partner lobende Worte auszusprechen: „Du siehst heute ganz bezaubernd aus, in Deinem neuen Kleid!“ „Hach wie schön! Da freu ich mich! Danke, dass du das Regal angebracht hast!“ „Es war richtig lieb von Dir, dass Du gestern Abend noch abgewaschen hast! Danke!“

Siehst Du, wie wertschätzend das ist? Wann hast Du zuletzt Deinem Partner Anerkennung gezollt?

Lob & Anerkennung - Der Paartherapeut Gary Chapman vermittelt die 5 Sprachen der Liebe, mit deren Hilfe Menschen ihre Zuneigung zueinander ausdrücken, bzw. ausdrücken lernen.

Liebe bittet und stellt keine Forderungen.

Gary Chapman sagt dazu folgendes: „Wenn ich vom Partner etwas fordere, werde ich zum Vater oder zur Mutter und er wird zum Kind. {…} In der Ehe sind wir jedoch gleichberechtigte, erwachsene Partner. {…} Wenn wir wirklich Nähe in unserer Beziehung herstellen wollen, müssen wir die Bedürfnisse des anderen kennenlernen. Wenn wir einander lieben wollen, müssen wir wissen, was der andere sich wünscht. {…}Tragen wir unsere Wünsche und Bedürfnisse als Bitte vor, so zeigen wir Wege auf. {…} Wenn Sie an Ihren Ehepartner eine Bitte richten, geben Sie ihm das Gefühl, etwas wert zu sein und etwas entscheiden zu können. {…} Die Bitte lässt noch eine Wahl. Ihr Partner kann entscheiden, ob er sie erfüllt oder sie zurückweist. Liebe bedeutet immer Entscheidungsfreiheit.“ (Gary Chapman, „Die 5 Sprachen der Liebe“, 33. Auflage 2016, Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH, Seite 45-46)

Liebe ist gütig.

Ein schönes Sprichwort besagt: Der Ton macht die Musik. Er verändert ein und denselben Satz, unterschiedlich ausgesprochen, in eine vollkommen unterschiedliche Information. Wenn Dein Gegenüber sich aufregt und sofort in den Angriff geht, weil ihn etwas sehr verletzt hat, ist es hilfreich, selbst in der Mitte zu bleiben und Ruhe zu bewahren, damit diese Unterhaltung nicht schon zu Beginn als gescheitert erklärt werden braucht. Lass ihn ausreden und fühle hinein, was er emotional gerade durchlebt und versuche zu verstehen warum. Sollte es so sein, dass Du ihm wirklich unrecht getan hast, gesteh es ein und bitte um Entschuldigung. Und sollte er Deine Motivation nicht in der Weise verstanden haben, wie Du sie gemeint hast, redet so lange darüber, bis jeder verstanden hat, was der andere ausdrücken wollte. Versuche nicht auf Deine Meinung zu beharren, ihr seid ein Team, keine Konkurrenten.

Der Vergleich mit dem Team hat mir sehr geholfen, meine Einstellung zu einer anderen Meinung meines Partners zu verändern. Letzten Endes haben wir beide dasselbe Ziel: Wir wollen glücklich miteinander sein – muss ich da auf mein Recht pochen? Meine Sichtweise ist schließlich nicht die einzig logische Interpretation der Wirklichkeit.

Liebe führt kein Buch über die Missetaten des anderen.

Keiner von uns ist perfekt und wir alle machen Fehler, im besten Falle lernen wir daraus. Unser Partner ist uns ein sehr guter Spiegel und unser größter Lehrmeister, gefolgt von den Kindern. Er zeigt uns unsere Schwächen auf und lässt uns wachsen, wenn wir diesen Wachstum zulassen. Welchen Sinn hat es am Ende, alte Geschichten wieder aufzuwärmen? Keinen der glücklich macht.

Wurde Dir Unrecht angetan, hast Du die Möglichkeit zwischen Gerechtigkeit und Vergebung zu wählen. Willst Du es Deinem Partner heimzahlen, stempelst Du ihn als Verbrecher ab. Welche zwischenmenschliche Intimität und Zärtlichkeit sollte da noch stattfinden? Vergebung ist da die eindeutig bessere Wahl, auch wenn sie sehr viel abverlangt, wenn der Schmerz und die Enttäuschung tief sitzen. Was kann Dein Partner auch anderes tun, wenn er das möchte, als um Vergebung zu bitten und Besserung zu geloben? Vergangenes ist vergangen. Dann bleibt nur die Entscheidung zum Wohle der Beziehung, zu sagen: Ich entscheide mich „heute“ zu leben, ohne die Fehler der Vergangenheit.

Ermutigende Worte können manch unentfaltetes Talent zum Vorschein bringen.

Wer kennt es nicht, vor der Umsetzung einer Idee oder eines Projektes zu zögern? Zu viel Angst und Unsicherheit überschatten die Realisierung. Wie schön wäre es, wenn Du als Partner das bemerkst und Deinem Liebsten Mut zusprichst, es einmal zu versuchen. Das ist Wertschätzung, die auf wahres Interesse schließen lässt, denn nur wer die Wünsche seines Gegenübers wirklich kennt, kann solche Worte aussprechen. Es setzt also voraus, dass er genau zugehört und beobachtet hat und es sein Herzenswunsch ist, Dich erfüllt und glücklich zu sehen. Ich empfinde es als beflügelnd, zu wissen, dass mein Partner mich kennt und versteht und mir zu verstehen gibt, dass er hinter mir steht, bei meinen Vorhaben.

Du siehst also, es gibt viele verschiedene Wege Deinem Lebensgefährten Anerkennung zukommen zu lassen. Jedes Lob motiviert, sich dem anderen erkenntlich zu zeigen, jedes Kompliment ist eine Liebeserklärung. Versuch es einmal, wie sich der bewusste Umgang mit wertschätzenden Worten auf Dein Gegenüber auswirkt. Und ist schon zu viel Frust in Dir, dass Du denkst, Du willst nicht die oder der Erste sein, der anfängt, frage Dich, wie solche Worte auf Dich wirken würden, kämen sie von Deinem Partner.

Foto: Nattakorn_Maneerat

Die Macht der Worte: Ärger

Wer kennt es nicht?! Und wieder hast Du Dich an die falsche Kasse gestellt. Und der Typ ganz vorne lässt sich beim Einpacken auch nicht aus der Ruhe bringen. Und dann bist Du auch noch spät dran! Wolltest nur kurz noch was einkaufen, weil doch noch was vom Einkaufszettel fehlte. 

Ärger. „Ich ärger mich.“

Der gute, alte Ärger. Eine sehr deutsche Reinkultur. Es gehört gewissermaßen zum guten Ton, sich zu beschweren – sich „Luft“ zu machen. Begehrte Themen sind das Wetter, die Nachbarn und Frau Merkel. Dabei könnte doch alles so schön sein richtig?! Oder ist es das vielleicht schon, nur Du siehst es nicht?

Wann immer wir uns ärgern, sind meistens ganz viele verschiedene Einflüsse daran schuld. Denken wir zumindest. 

Im Innen beginnt alles

Ärger entsteht in uns selbst. Er kommt nicht vom Außen. Wann immer wir uns also Ärgern, sind wir selbst dafür verantwortlich. Das glaubst Du nicht? Wenn der Typ da vorn an der Kasse ewig trödelt, hat das doch nichts mit mir zu tun?!

Ja, Du hast recht. Es liegt ganz allein an Deiner eigenen Bewertung. Ein anderer Kunde vor Dir ist in derselben Situation wie Du und bewertet die vermeintlich gleiche Situation vollkommen anders. 

Die Empfindung, geärgert zu werden, kommt von innen und nicht aus dem Außen. Oftmals ist Ärger eine Erscheinung von einem vollen Fass, dass sich über längerem Zeitraum aufgebaut hat und nicht beachtet wurde. Viele „Runterschluckmomente“, in denen sich das innere „Ärgerfass“ langsam und stetig gefüllt hat. Was ist das ungelebte und unbefriedigte Bedürfnis, was Deinem Ärger zugrunde liegt?

Hast Du beim ersten Einkauf die Liste unachtsam gelesen und die Hälfte vergessen? Sind Deine Termine zu eng getaktet, so dass Du nun im Stress bist? Ist diese Einkaufshalle eigentlich immer rappelvoll? Und der Kassierer erinnert Dich an Deinen gemeinen Schwiegervater? 

Der erste Schritt zur Veränderung

Bevor das Ärgerfass wie eine Bombe explodiert, horch in Dich hinein. Werde Dir bewusst, wann Du Dich ärgerst, bzw. DASS Du Dich gerade ärgerst. Fühle den Zorn. Mache Dir bewusst, dass Du selbst es bist, der sich ärgert. Warum bewertest Du die Situation auf diese ganz bestimmte Weise? Du könntest mit der Wartezeit auch allerhand schöner Dinge anstellen. Schon mal das Geld zusammenzählen dass Du brauchst. Der Freundin auf ihre Nachricht antworten. Vokabeln lernen oder fasziniert Leuchte beobachten.

Der zweite Schritt

Kultiviere positive Deutungen und höre auf, dem typisch deutschen Genörgel nachzugehen. Hör in Dich rein, warum Du Dich selbst so ärgerst. Ärger ist nichts weiter, als eine negative, gegen sich selbst und andere gerichtete Interpretation des Geschehens. Also warum deutest Du nicht einfach die Situation zu Deinen Gunsten um?! Ist es nicht viel schöner, glücklich zu sein und positiv zu denken?

Viele dieser Ärgerfässer haben sich über lange Zeit aufgebaut und es ist nicht immer so einfach den wahren Ursprung dieses tiefersitzenden, unbefriedigten Bedürfnisses auf die Spur zu kommen. Nutze also jede Gelegenheit, wie ein richtiger Sherlock, dem wahren Verbrecher zu enttarnen und ihm auf diese Weise Gehör zu verschaffen. Dann kann er endlich glücklich und zufrieden in Dir existieren und löst keinen oder zumindest weniger Ärger aus. Sei verantwortlich für deine Gedanken und Emotionen. Du kannst sie bewusst steuern.

Schritt drei

Wende Dein Wissen und Deine Bewusstheit nachhaltig an, um auf lange Sicht glücklicher und zufriedener zu leben. Du wirst Dich ganz gewiss noch oft genug in Deinem Leben ärgern. Beschränke es auf die wirklich schönen Dinge, über die Du Dich mit Freude ärgern kannst. Am Ende bist Du derjenige, der die Auswirkungen dieser negativen Gedanken, nach jahrzehntelanger Kultivierung am ganzen Körper zu spüren bekommt, nicht Deine Mitmenschen. Schmerz und Krankheit hast Du Dir dann eigenständig zugefügt und nicht die anderen. 

Also packe Deine Bedürfnisse beim Schopf und finde kreative Lösungen für Deine Ärgerfassfüller: Gehe in eine Einkaufshalle die ruhiger ist oder gehe dort zu einer anderen Zeit hin. Plane Deine Termine sorgfältiger und ausgedehnter. Hake Deine Einkaufsliste ab. 

Mach aus Deinem Ärger eine Challenge: Morgen ärgere Dich nur 3 Mal. 

Sei glücklich, bewusst und verantwortungsvoll.

Die Macht der Worte: Ja, aber…

Wie auch im NLP praktiziert, ist der bewusste Umgang mit den eigenen Worten sehr wichtig. Ob wir uns groß machen oder klein, ob wir in uns vertrauen oder uns als Dummkopf bezeichnen wirkt sich auf unser Leben aus.

Alltägliche Sprache beeinflusst, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen. Worte haben eine gewaltige Kraft, die wir zu unseren Gunsten nutzen können.

Formulierungen die die Wahrnehmung abschneiden

Ein Aber bewirkt, dass wir statt ins Bewusstsein direkt in den Verstand wechseln – unsere imaginäre Vergangenheit oder Zukunft. Es verhindert, dass wir ins fühlen kommen.
Aber errichtet direkt eine Wand, wo das Gefühl, die Argumente oder Anliegen meines Gegenüber zu verstehen und zu empfinden, damit ich mich auf seine Welt einlassen kann. Es verhindert also eine gemeinsame Sprache und geht hin zu einem Kampf – jeder gegen jeden. Jeder behauptet sich und seine Wahrheit ohne zu fühlen, was vielleicht verbindende Glieder sind.

Alles was vor Aber steht ist eine Lüge

Das was dem aber folgt fügt der Wahrheit nicht noch mehr Information zu. Es versucht sie auszulöschen um der eigenen Wahrheit mehr Gewicht zu geben. Wir verteidigen auf diese Weise unsere Wirklichkeit. Das Resultat ist die ständige Selbstbehauptung. Meine Belange sind mehr wichtig, mehr richtig, wahrer…

„Wer denkt, er weiß oder habe begriffen, ohne es bewusst verinnerlicht zu haben, weiß nicht wirklich. Es fehlt ihm das Gefühl, es als wahr-(an)-genommen zu haben. Ein Manko, dass er vergeblich versucht, mit „aber“ zu kompensieren. Wer aber sagt, ist also nicht, wie es scheint, ein Besserwisser, sondern einer, der unbewusst sein Wissen verbessern will.“ Lelia Kühne de Hahn, „Ja, aber… – Die heimliche Kraft alltäglicher Worte und wie man durch bewusstes Sprechen selbstbewusster wird“, Seite 18, 2004, Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH München

Bewusste Kommunikation

Alle Theorie nütz nichts, wenn wir es nicht am eigene Leib erfahren haben. 
Nehme ich folgendes Beispiel, das kenn wir sicher alle aus unserer alltäglichen Sprache:
„Das möchte ich gern machen, aber ich habe keine Zeit und es kostet so viel.“

Auf welche Stelle des Satzes hast Du Dich am meisten konzentriert? Lag Dein Fokus darauf das Du das gerne machen möchtest?
Welchem Teil des Satzes hast Du die größte Bedeutung beigemessen?
Und nun versuch es einmal ohne das Aberanhängsel.

„Das möchte ich gern machen.“

Wie hat sich das für Dich angefühlt?
Nimmst Du wahr, dass Du das machen möchtest? 
Spürst Du Schranken die DIch abhalten oder hast Du Lust darauf loszulegen?
Wie hat sich deine Wahrnehmung verändert?

Alte Schranken lösen

Denke vielleicht mal an etwas, dass Du schon lange einmal machen wolltest. Wie lange hast Du Dir das mit diesem Aber-Glauben bereits versagt? Vielleicht erreichst Du Dein Ziel nicht heute oder morgen. Durch die Bewusstwerdung dass Du das möchtest, indem Du aber weg lässt, kommst Du Deinem Traum in jedem Falle ein Stückchen näher. Das Aber schneidet Dich dann nicht mehr von Deinen Gefühlen ab, die Du Dir sonst vorenthältst.

Aber-los zu leben, bedeutet nicht, nicht auch anderer Meinung sein zu können. Es fördert einen respektvollen Umgang miteinander, weil Gefühle und Emotionen zugelassen werden können, die das beiderseitige Verständnis erhöhen. 

Wahrzunehmen, worum es dem Gegenüber geht hat zur Folge, dass wir nicht mehr erpicht darauf sind, uns von den Argumenten des Anderen abzugrenzen und sie niederzumachen. Eine aberlose Auseinandersetzung überwindet Grenzen und Abschottung und fördert eine gemeinsame Sprache. 

Miteinander statt Gegeneinander

Indianern ist das Wort aber völlig fremd. Sie kennen und nutzen einzig und allein das verbindende Wort auch. Wer aber sagt und glaubt, will insgeheim etwas oder jemanden besiegen. Wer  auch denkt und sagt, will etwas dazu gewinnen.  

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