Kategorie: Kräuterkunde

Orchideen am Wegesrand – Das Leinkraut

Anmutend, wie eine kleine Orchidee, entdeckte ich das Leinkraut am Wegesrand. Als Heilkraut ist es mittlerweile eher in Vergessenheit geraten.
Da es nun in meiner Untersuchungshaft sitzt, schaue ich einmal genauer hin, was für Eigenschaften es mitbringt. 

Das Leinkraut - Ein vergessenes Heilkraut mit der Anmut einer Orchidee. Es Hilft bei Beschwerden der Magenschleimhaut und Hämorriden.

Typische Aufenthaltsorte

Finden kannst Du es, wie ich, am Wegesrand. Es steht gerne auf trockenen und kalkigen Böden. Sandige und steinige Böschungen oder Schuttplätze nennt es sein zu Hause und wächst dort gern in flächendeckenden Büscheln. Von Juli bis September sind die gelben Blüten zu bewundern und bilden die Grundlage für Tees, Tinkturen und Salben, die Du Dir ganz schnell und sehr einfach selbst herstellen kannst.

Das Leinkraut - Ein vergessenes Heilkraut mit der Anmut einer Orchidee. Es Hilft bei Beschwerden der Magenschleimhaut und Hämorriden.

Wobei sie ihre Hilfe anbietet

Mit Wirkstoffen wie dem Glykosid Linarin, Peganin, Apfel-, Gerb- und Zitronensäure ist sie eine Wunderwaffe gegen Juckreiz. 
Vor allem für Betroffene des Hämorridenleidens können mit einer Salbe aus den bezaubernden Blüten Linderung erfahren. 

Brennende bis rote Augen, Fisteln, Geschwüre, Haut- sowie Magenschleimhautentzündungen, Nierensteine, Ödeme, Wassersucht und auch Wunden sind das breite Spektrum des Kleinen Löwenmauls, wie es noch bezeichnet wird.

Viele Namen

Wie jeder richtige Gangster, hat auch dieses Heilkraut viele Namen unter denen es gefunden werden kann. 

Feigblätterkraut, Froschmaul, Flachskraut, Frauenflachs, Harnkraut, Katharinenkraut, Maulaffe und Hasenmäuler sind Namen, die in alten Aufzeichnungen zu finden sind und alle diese eine Pflanze meinen. Ist das nicht erstaunlich?!

Dies & Das

Es ist also eine ungiftiges Heilkraut, dass auch nur schwerlich verwechselt werden kann. 

In Milch abgekochte kann es auch als Fliegengift dienen und wurde früher gerne in der Einstreu von Landwirten untergemischt, um lästige Insekten fern zu halten. 

Unsere Vorfahren verwendeten das strahlende Geld der Blüten auch zum Färben. Als Basis für Blondierungen der Haare war es ideal. 

In der Insektenwelt ist das Heilkraut auch unter den Namen „Kraftkraut“ bekannt, da die Unterlippe durch ein federndes Gelenk gegen die Oberlippe gepresst wird und dadurch eine Kraft bedarf um geöffnet zu werden. Nur für größere Wildbienen und Hummeln ist diese Anstrengung schaffbar. Der Nektar wird also gut bewacht. Vereinzelte Schmetterlinge stecken geschickten ihren langen Rüssel hinein um an den kostbaren Saft zu gelangen. ,Erdhummeln sind zum Beispiel so dreist und begehen „Blüteneinbruch“, in dem sie den Sporn schlicht und ergreifend aufbeißen. 

2 bis 3 Tässchen Tee am Tag

Die gesammelten Blüten, ob frisch oder getrocknet, kannst Du Dir einfach mit kochendem Wasser aufgießen. 

Einen Teelöffel pro Tasse ist dabei eine geeignete Dosierung und sollte 5 Minuten ziehen. In der Regel wir eine verzehr von 2 bis 3 Tassen und hilf ausgezeichnet bei Verstopfungen. DIe Büroarbeit und das träge Leben vor dem PC und Lenkrad führt oftmals zur Erschlaffung des Darms. Da kann so ein Teechen für Erleichterung sorgen.

Also, weiterhin die Augen offen halten und schauen, was da so am Wegesrand wächst, wenn Du unterwegs bist. 

Das Leinkraut - Ein vergessenes Heilkraut mit der Anmut einer Orchidee. Es Hilft bei Beschwerden der Magenschleimhaut und Hämorriden.

Sagenumwobenes Heil aller Schäden

Altes Wissen über Heilpflanzen ist vollkommen verschwunden, dafür kenne wir Marken wie Addidas und Puma. Neu aufbereitete Heilkräuterkunde.
Altes Wissen über Heilpflanzen ist vollkommen verschwunden, dafür kenne wir Marken wie Addidas und Puma. Neu aufbereitete Heilkräuterkunde.

In Untersuchungshaft heute: die Schafgarbe.

Wie jedes begabte Wunder, ist auch dieses unter vielen Namen im Volksmund bekannt. Es ist ein Achilleskraut, ein Bauchwehkraut, ein Tausendblatt, ein Blutstillkraut und Frauendank. 

In alten Kräuterbüchern wird das Heilkraut oft als „Heil aller Schäden“ bezeichnet. Es wird dort angewendet, wo bereits vermutet wird, das Hopfen und Malz verloren sei. Die blutreinigende Kraft kann jedoch so mach jahrelang eingenistete Krankheit aus dem Körper verbannen.

 

Wo es steht und geht

Das Kraut tummelt sich gern auf Kalkböden, die nährstoffreich und trocken sind. 

Wie im Urlaub am Strand liebt das Tausendblatt den Sonnenschein und verweilt dann mehrjährig an Ort und Stelle. 

Oft treibt es sich auf Wiesen und an Wegesrändern in ganz Europa herum. Sie sucht sich gleichzeitig auch manchmal ruhigere Plötzlich wie auf Ödland oder Schuttplätzen. 

Optische Merkmale

Du erkennst das Achilliskraut an den gefiederten Blättern. Diesen Blättern ist sein Name Tausendblatt geschuldet. Der Prachtkerl kann bis zu einem Meter hoch wachsen. Die Blütenkörbe setzen sich aus mehreren kleinen rispenartigen Blütenständen zusammen und wirken dadurch wie eine Dolde. Je nach Bodenbeschaffenheit passt sich der Frauendank optisch an seine Umgebung an. Sein Blütenkleid kann von weiß, über zartrosa bis hin zu pink oder rot ausfallen.

Wofür ist es bekannt?

Man sagt dem Blutstillkraut nach ein „Allheilmittel“ bei fast allen Krankheiten zu sein. Bei Frauen lindert es Monatsbeschwerden. Alles rund um die Unterleibsbeschwerden und Wechseljahresleiden können gemildert werden. Migräne vertreibt sie ganz und gar. 

Mit Magen- und Darmerkrankungen versteht sie sich auch nicht gut und vertreibt diese aus dem Leib. Husten und Erkältungskrankheiten fürchten sie. Sie ist ein absoluter alleingänger und vertreibt sogar Gicht, Rheuma, Geschwüre, Hämorriden, Fieber, Krämpfe, Leber- und Nierenleiden. Wo das Achilliskraut auftaucht, da wird sauber gemacht, denn sie mag er reinlich und gesund. 

Heldensagen – der Ruf der ihr vorauseilt

In den Kreisen der KräuterMafia ist die Schafgabe auch unter dem Namen Achilles millefolium bekannt. 

Achillis, der Kämpfer der griechischen Mythologie heilte seine Soldaten mit der Schafgabe. Als Soldatenkraut war sie dafür bekannt Blutungen von Wunden zu stoppen und die Schmerzen zu lindern. Achillis hatte dieses Wissen vom Zentaur Chiron erhalten und gab es an seinem Waffengefährten Patroklos weiter. Die zerdrückte Schafgarbenwurzel wird mit einem Verband auf die Wunde gegeben und entfaltet dort seine Wirkung.

Millefolium bedeutet Tausendblatt. 

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