Kategorie: Partnerschaft

Die Sprache der Liebe – Geschenke die von Herzen kommen

Die Zweite der 5 Sprachen der Liebe von Gary Chapman, die ich Dir vorstellen möchte, ist die Zweisamkeit. Nicht zu verwechseln mit der Zärtlichkeit, denn das ist eine weitere Sprache.

Wir schenken aus Liebe. Wenn Du Deinem Partner etwas mitbringen möchtest, denkst Du beim Besorgen des Geschenks an denjenigen. Sei es, dass Du bewusst planst, was das Geschenk sein/werden soll oder Du etwas siehst und dann spontan an denjenigen denken musst, ist dabei völlig egal – der Gedanke an den geliebten Menschen wiegt dabei so herrlich schwer. Das Geschenk ist als ein Symbol für die liebevollen Gedanken des Schenkenden.

Es ist dabei nicht wichtig wie groß oder wie klein das Geschenk ist, ob es teuer war oder kostenlos. Eine Aufmerksamkeit kann auch eine kleine Grußkarte sein, die selbst gebastelt ist, so schreibt Gary Chapman in seinem Buch “Die 5 Sprachen der Liebe” und hat es dabei an vielen Klienten beobachtet, die in ihre Partnerschaft investiert haben. Oder die berühmt berüchtigten Blumen vom Wegesrand gepflückt, sind kein Filmkitsch, sondern Ausdruck wahrer Liebe.

Die Kultur des Schenkens

Auf der ganzen Welt lässt sich eine Kultur des Schenkens wieder finden. Zur Hochzeit, zur Geburt eines Kindes und alle darauf folgenden Geburtstage und viele weitere Anlässe wie Einweihungen, Einschulungen und, und, und geben immer Anlass zum schenken und werden auch dort als anerkennendes Symbol geachtet. Malt ein kleines Kind ein Bild für seine Mama, um es ihr zu schenken, geschieht dies auch aus tiefer Liebe zu ihr.

Unsere Anwesenheit an sich ist ein Geschenk für den Partner. In allen 5 Liebessprachen geht es darum, etwas zu schenken, was darauf hindeutet, dass das Schenken den Grundpfeiler der Liebe darstellt.

Der Wert des Geschenks misst sich nicht am Preis

Für den ein oder anderen mag es Geldverschwendung sein in etwas wie eine Karte Geld oder Zeit zu investieren, wirft der Beschenkte ja eh nur einen Blick hinein und danach wird sie weggeschmissen. Mit dieser Logik sollte bei solch symbolischen Werten nicht gedacht werden. Der Wert dieses Geschenks misst sich dabei in einem ganz anderen Maß als dem des materiellen. Es hat einen ideellen und emotionalen Wert, der auf keiner statistischen Skala mit zweifelsfrei ermittelt werden kann.

Die Chemie der Liebe ist eine unsichtbare Kraft, die mit viel Aufmerksamkeit und Intuition erlernt und angewandt wird. Das Interesse, den Partner glücklich zu machen ist dabei der Fokus der Handlung. Mache ich meinen Partner glücklich, sehe ihn lächeln oder vielleicht sogar vor Freude weinen, macht es mich gleich mit glücklich. Was gibt es Schöneres?! Eine Win-Win-Situation und diese ist sogar wissenschaftlich untersucht und bewiesen worden.

Mit dem Schenken stillen wir ein Ur-Bedürfnis, dass uns langfristig glücklicher und zufriedener macht und für den ein oder anderen von ganz besonders großem Wert ist.

Sei originell bei den Geschenken

Nun stellt sich die Frage, ob jede Woche viel Geld für Geschenke ausgegeben werden muss, weil der Partner vermeintlich diese Sprache am flüssigsten spricht. Nein, natürlich nicht. Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es auch kreative und kleinere Geschenke, die keinen Cent kosten, auch wenn sie es für Deine erfüllende Beziehung wert wären.
Was der Zweisamkeit sehr nahekommt, ist das Geschenk der Anwesenheit der eigenen Person. Manchmal ist es einfach wichtig, schlicht und ergreifend Da-zu-Sein. Und es gibt die Möglichkeit kleine Dinge mit einer kommunizierten Aussage zu schenken, die Dir am Wegesrand begegnen. Wie Aschenbrödel in dem Film “3 Haselnüsse für Aschenbrödel”, sich wünschte, der Abreisende möge ihr mitbringen, was seinen Weg kreuzt. Inspiriert davon, kannst Du eine Feder, eine Muschel oder anderes sammeln und Dir eine kleine Geschichte dazu ausdenken. Beim Überreichen ergänzen die mit bedacht gewählten Worte dann das Geschenk. Beim Spaziergang am Strand könnte ein schön schimmernder Stein aufgehoben werden und Du sagst: “Du bist mein Fels in der Brandung”.

Hab keine Angst, etwas falsch zu machen. Wer keine Übung im Schenken hat, kann immer den Rat von Freunden und Familie einholen, das Internet befragen oder den Partner direkt: Worüber würdest Du Dich freuen? Ich möchte Dir so gerne was schenken, dafür dass Du immer für mich da bist/ immer für mich kochst…

Viel Spaß beim Schenken.

Männer und Gefühle

Wer als Frau einen männlichen Partner an seiner Seite hat, kam bestimmt auch schon mal in die Situation, sich unverstanden von ihm zu fühlen, weil er nicht die Emotionalität an den Tag legte, wie wir es (als Frau) von unserem Gegenüber erwartet hatten, nachdem wir unser Herz ausschütteten. Vielleicht kam sogar direkt ein Lösungsansatz, statt der Worte: „Ich versteh was du meinst und fühle mit dir.“

Tatsache ist, dass Männer und Frauen verschieden sind, und das nicht nur im Schritt. Unsere Gehirne sind unterschiedlich ausgerichtet, aufgrund der unterschiedlichen Hormone die durch unseren Körper strömen. Diese verursachen, dass unsere Körper geringfügig anders auf Situation reagieren.

Es ist erforscht worden, warum Männer und Frauen unterschiedlich auf Situationen wie der oben beschriebenen reagieren. Es gibt zwei Gefühlssysteme: das System der Spiegelneuronen und das System der temporal-parietalen Verknüpfungen.

Beide Systeme werden von Männern als auch Frauen verwendet. Unsere unterschiedlichen Hormoncocktails im Körper bewirken jedoch, dass Frauen das System der Spiegelneuronen bevorzugt beanspruchen und damit hauptsächlich mit ihrem Gegenüber mitfühlen und das im wahrsten Sinne des Wortes, weil sie dank dieser Spiegelneuronen das fühlen, was der Gegenüber fühlt. Männer benutzen nach einer kurzen Aktivierung der Spiegelneuronen hauptsächlich die temporal-parietalen Verknüpfungen und sind dadurch in der Lage, eine scharfe Abgrenzung zwischen dem „Ich“ und dem „Anderen“ vorzunehmen. Das versetzt sie in die Lage, klar denken zu können um gezielt nach Lösungen zu suchen.

Diese analytische Vorgehensweise kommt bei uns als gefühlskalt rüber. Schnell bewerten Frauen eine solche Vorgehensweise als Zeichen dafür, dass der Partner die Gefühle nicht versteht und sie ihm gleichgültig ist. Oft sind Frauen von dem unbewegten Gesichtern ihrer Männer abgestoßen.

„Das männliche Gehirn ist nicht dafür konzipiert sich Ängsten hinzugeben: Wenn es ein Gefühl wahrgenommen hat, zapft es sehr schnell die temporal-parietalen Verknüpfungen an, um die kognitive Gefühlsverarbeitung abzuschließen.“ Zitat aus „Das männliche Gehirn“ von Louann Brizendine auf Seite 129.

Liebe Frauen, solltet ihr erneut in eine solche Situation kommen, wisset: Euer Partner ist in solchen Momenten bemüht Euer Leiden zu lindern, in dem sie versuchen, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden. Er drückt dadurch seine Liebe und Zuneigung zu Dir aus.

In dieser Hinsicht können wir uns eine Scheibe abschneiden. Es ist im Grunde genommen von Vorteil nicht gelähmt vor Angst oder Schmerz dazusitzen, sondern das Problem bei der Wurzel zu packen.

Für mich ist das Wissen darum Gold wert und ich hoffe, dass es auch Dir ein bisschen die Augen öffnet und Du für die kommenden Konversationen sensibilisiert bist, dass wir einfach verschieden sind und die Dinge auf unterschiedliche Art und Weise anpackt.

Die Sprache der Liebe – Zweisamkeit – Die Zeit einzig und allein für Deinen Partner

Die Zweite der 5 Sprachen der Liebe von Gary Chapman, die ich Dir vorstellen möchte, ist die Zweisamkeit. Nicht zu verwechseln mit der Zärtlichkeit, denn das ist eine weitere Sprache.

Bei der Zweisamkeit geht es um Zeit mit einer besonderen Qualität, nämlich der ungeteilten Aufmerksamkeit des Partners.

Das bedeutet nicht pünktlich zur Primetime, um 20:15 Uhr, nebeneinander vor dem Fernseher zu sitzen – man ist ja schließlich zusammen. Nein. Genau das heißt es nicht!

Es ist ein wahrhaftes und aufrichtiges Geschenk, wenn ein Mensch, einem anderen, seine Zeit schenkt. Wenn Du mit Deinem Partner zusammen einen Spaziergang machst und ihr euch dabei unterhaltet, ihr Essen geht und euch tief in die Augen seht und unterhaltet, ist das Zeit, die ihr euch gegenseitig schenkt – ein wahrer Ausdruck von Liebe. Derjenige, der die Zeit mit dem Partner als Liebesbeweis versteht, wird bei Streitigkeiten Vorwürfe fallen lassen, wie: Wann sind wir das letzte Mal zusammen in eine Ausstellung gegangen? Du nimmst Dir nie Zeit für mich! Wir sind doch früher auch oft ins Kino gegangen und danach noch was Essen… Warum machen wir das denn jetzt nicht mehr?! Du bist nur noch mit Deiner Arbeit/Deinem Hobby/etc. beschäftigt!

Was Dein Partner Dir damit sagen möchte, ist eigentlich nichts anderes, als die Bitte, um Deine Zeit; Deine ungeteilte Aufmerksamkeit; Augenblicke nur für euch 2. Tiefes in die Augen schauen und achtsames Zuhören, sind hier Schlüsselworte – Berührungen der Seele.

Es ist nicht die körperliche Nähe oder Anwesenheit gemeint. Im selben Raum zu sein füllt nicht den “Liebestank”. Wenn Dein Mann neben Dir auf der Couch sitzt und seine Sendung schaut, teilt er seine Aufmerksamkeit mit dem Fernseher. Oder ihr sitzt gemeinsam am Frühstückstisch und plant den bevorstehenden Tag, während nebenher Zeitung gelesen wird – die Aufmerksamkeit ist bei der Zeitung, nicht beim Partner. Das ist keine qualitativ hochwertige Zeit. Es kommt also auf den Fokus an.

Gemeinsam das Abendbrot kochen kann diese wertvolle Zeit sein, vorausgesetzt, es wurde bewusst gesagt: Wir 2 kochen jetzt gemeinsam ein schönes Dinner. Hier steht der Focus auf das “Miteinander”, nicht auf das essen. Wenn es jeden Tag auf Grund der Effizienz heißt, “wir müssen jetzt gemeinsam Abendbrot machen”, hat das nicht die Qualität, wie in vorangegangenem Beispiel. Die Zweisamkeit spielt sich auf der Gefühlsebene ab. Wie siehst Du das?

Ein weitverbreiteter Dialekt der Zweisamkeit ist das Zwiegespräch.

Es zeichnet sich dadurch aus, dass über Erfahrungen, Gefühle und Sehnsüchte geredet wird. In entspannter Atmosphäre lässt der Partner einem so an seinen tiefsten und innersten Gedanken teilhaben und kann dann auch aus dem Bedürfnis heraus, mehr zu erfahren, dem Gegenüber Fragen stellen und damit aufrichtiges Interesse zeigen.

Gutes und aufmerksames Zuhören sind hier gefragt. Im Fokus steht das Anliegen den Partner und das eigene Verständnis dafür. Ist es nicht ein unbeschreibliches Gefühl vom geliebten Menschen verstanden zu werden, vor allem bei schwierigen Themen, für die wir über den Schatten springen müssen, um sie laut auszusprechen? Das vermittelt Geborgenheit und Schutz. Zu wissen, dass mein Partner mich um jeden Preis verstehen möchte, mit zuhört und mich zu Wort kommen lässt, ist aus meiner Sicht einer der größten Schätze in einer Partnerschaft.

Wenn das Zwiegespräch in Deiner Partnerschaft bereits zum erliegen gekommen ist, kommt hier der Tipp sich jeden Tag Zeit zu nehmen, um sich zusammenzusetzen und 3 Erlebnisse vom Tag zu erzählen.

Und hier der Leitfaden für einen guten Zuhörer:

1. Schau Deinem Gegenüber in die Augen!

2. Schenke ihm/ihr Deine ungeteilte Aufmerksamkeit!

3. Höre genau zu, was ihn/sie bewegt und versuche Dich hineinzuversetzen, um zu verstehen.

4. Achte auf die Körpersprache!

5. Lass deinen Partner ausreden!

Die Zweisamkeit kann sich auch verstärkt auf den Dialekt der gemeinsamen Unternehmungen fokussieren. Dann versteht Dein Partner es als Liebesbeweis, wenn Du etwas mit ihm zusammen erlebst. Bewusst etwas gemeinsam zu machen, weil Du genau weißt, dass es Deinen Partner glücklich macht, ist der feine Unterschied zu Dingen, die ihr einfach zusammen macht.

Probiert es zusammen aus, was es an der Qualität eurer Beziehung ändern, ganz bewusst in Unternehmungen aufzubrechen, die mit der Absicht gewählt wurden, Zeit miteinander zu verbringen. Ausflüge auf den Flohmarkt, ein Picknick, gemeinsame Gartenplanung, Brettspiele spielen oder Sport treiben sind nur einige Beispiele für Erlebnisse in Zweisamkeit.

Viel Spaß dabei!

Fotos: 4 PM productio

Sprache der Liebe – Lob & Anerkennung

Der Paartherapeut Gary Chapman hat in seiner Arbeit mit Paaren heraus gefunden, dass es 5 Sprachen gibt, mit deren Hilfe Menschen ihre Zuneigung ausdrücken. Da nicht jeder alle Sprachen spricht, kommen Liebesbeweise beim Partner zum Teil nicht so an, wie wir es glauben. Allein das Wissen darum, dass Dein Partner vielleicht eine ganz andere Art der Kommunikation braucht, um zu verstehen, dass Du ihn liebst, hilft sehr, am Umgang miteinander zu arbeiten.

Lob und Anerkennung ist eine der 5 Sprachen und kann in verschiedenen Dialekten gesprochen werden, zum Beispiel: höfliche Worte, freundliche Worte und ermutigende Worte.

Wertschätzende Kommunikation ist die Grundlage einer jeden Beziehung. Wenn ich das Gefühl habe, dass mich mein Partner wertschätzt, denke ich mit viel mehr Liebe an ihn und komme auch nach 20 Ehejahren noch auf die Idee, meinem Liebsten ein Blümchen vom Wegesrand zu pflücken, nur um ihn lächern zu sehen. Ganz wie frisch verliebt. Wird jedoch zu Hause nur tadelnd bemerkt, dass das Regal immer noch nicht angebracht ist und der Müll noch vom Vortag in der Küche steht, dann bleibt die Blume ungesehen, vor Frust am Wegesrand stehen. Das ist zwar gut für das Blümchen, aber nicht gut für die Beziehung und macht am Ende alle Beteiligten krank und kaputt.

Viel schöner ist es, bewusst dem Partner lobende Worte auszusprechen: „Du siehst heute ganz bezaubernd aus, in Deinem neuen Kleid!“ „Hach wie schön! Da freu ich mich! Danke, dass du das Regal angebracht hast!“ „Es war richtig lieb von Dir, dass Du gestern Abend noch abgewaschen hast! Danke!“

Siehst Du, wie wertschätzend das ist? Wann hast Du zuletzt Deinem Partner Anerkennung gezollt?

Lob & Anerkennung - Der Paartherapeut Gary Chapman vermittelt die 5 Sprachen der Liebe, mit deren Hilfe Menschen ihre Zuneigung zueinander ausdrücken, bzw. ausdrücken lernen.

Liebe bittet und stellt keine Forderungen.

Gary Chapman sagt dazu folgendes: „Wenn ich vom Partner etwas fordere, werde ich zum Vater oder zur Mutter und er wird zum Kind. {…} In der Ehe sind wir jedoch gleichberechtigte, erwachsene Partner. {…} Wenn wir wirklich Nähe in unserer Beziehung herstellen wollen, müssen wir die Bedürfnisse des anderen kennenlernen. Wenn wir einander lieben wollen, müssen wir wissen, was der andere sich wünscht. {…}Tragen wir unsere Wünsche und Bedürfnisse als Bitte vor, so zeigen wir Wege auf. {…} Wenn Sie an Ihren Ehepartner eine Bitte richten, geben Sie ihm das Gefühl, etwas wert zu sein und etwas entscheiden zu können. {…} Die Bitte lässt noch eine Wahl. Ihr Partner kann entscheiden, ob er sie erfüllt oder sie zurückweist. Liebe bedeutet immer Entscheidungsfreiheit.“ (Gary Chapman, „Die 5 Sprachen der Liebe“, 33. Auflage 2016, Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH, Seite 45-46)

Liebe ist gütig.

Ein schönes Sprichwort besagt: Der Ton macht die Musik. Er verändert ein und denselben Satz, unterschiedlich ausgesprochen, in eine vollkommen unterschiedliche Information. Wenn Dein Gegenüber sich aufregt und sofort in den Angriff geht, weil ihn etwas sehr verletzt hat, ist es hilfreich, selbst in der Mitte zu bleiben und Ruhe zu bewahren, damit diese Unterhaltung nicht schon zu Beginn als gescheitert erklärt werden braucht. Lass ihn ausreden und fühle hinein, was er emotional gerade durchlebt und versuche zu verstehen warum. Sollte es so sein, dass Du ihm wirklich unrecht getan hast, gesteh es ein und bitte um Entschuldigung. Und sollte er Deine Motivation nicht in der Weise verstanden haben, wie Du sie gemeint hast, redet so lange darüber, bis jeder verstanden hat, was der andere ausdrücken wollte. Versuche nicht auf Deine Meinung zu beharren, ihr seid ein Team, keine Konkurrenten.

Der Vergleich mit dem Team hat mir sehr geholfen, meine Einstellung zu einer anderen Meinung meines Partners zu verändern. Letzten Endes haben wir beide dasselbe Ziel: Wir wollen glücklich miteinander sein – muss ich da auf mein Recht pochen? Meine Sichtweise ist schließlich nicht die einzig logische Interpretation der Wirklichkeit.

Liebe führt kein Buch über die Missetaten des anderen.

Keiner von uns ist perfekt und wir alle machen Fehler, im besten Falle lernen wir daraus. Unser Partner ist uns ein sehr guter Spiegel und unser größter Lehrmeister, gefolgt von den Kindern. Er zeigt uns unsere Schwächen auf und lässt uns wachsen, wenn wir diesen Wachstum zulassen. Welchen Sinn hat es am Ende, alte Geschichten wieder aufzuwärmen? Keinen der glücklich macht.

Wurde Dir Unrecht angetan, hast Du die Möglichkeit zwischen Gerechtigkeit und Vergebung zu wählen. Willst Du es Deinem Partner heimzahlen, stempelst Du ihn als Verbrecher ab. Welche zwischenmenschliche Intimität und Zärtlichkeit sollte da noch stattfinden? Vergebung ist da die eindeutig bessere Wahl, auch wenn sie sehr viel abverlangt, wenn der Schmerz und die Enttäuschung tief sitzen. Was kann Dein Partner auch anderes tun, wenn er das möchte, als um Vergebung zu bitten und Besserung zu geloben? Vergangenes ist vergangen. Dann bleibt nur die Entscheidung zum Wohle der Beziehung, zu sagen: Ich entscheide mich „heute“ zu leben, ohne die Fehler der Vergangenheit.

Ermutigende Worte können manch unentfaltetes Talent zum Vorschein bringen.

Wer kennt es nicht, vor der Umsetzung einer Idee oder eines Projektes zu zögern? Zu viel Angst und Unsicherheit überschatten die Realisierung. Wie schön wäre es, wenn Du als Partner das bemerkst und Deinem Liebsten Mut zusprichst, es einmal zu versuchen. Das ist Wertschätzung, die auf wahres Interesse schließen lässt, denn nur wer die Wünsche seines Gegenübers wirklich kennt, kann solche Worte aussprechen. Es setzt also voraus, dass er genau zugehört und beobachtet hat und es sein Herzenswunsch ist, Dich erfüllt und glücklich zu sehen. Ich empfinde es als beflügelnd, zu wissen, dass mein Partner mich kennt und versteht und mir zu verstehen gibt, dass er hinter mir steht, bei meinen Vorhaben.

Du siehst also, es gibt viele verschiedene Wege Deinem Lebensgefährten Anerkennung zukommen zu lassen. Jedes Lob motiviert, sich dem anderen erkenntlich zu zeigen, jedes Kompliment ist eine Liebeserklärung. Versuch es einmal, wie sich der bewusste Umgang mit wertschätzenden Worten auf Dein Gegenüber auswirkt. Und ist schon zu viel Frust in Dir, dass Du denkst, Du willst nicht die oder der Erste sein, der anfängt, frage Dich, wie solche Worte auf Dich wirken würden, kämen sie von Deinem Partner.

Foto: Nattakorn_Maneerat

Die 5 Sprachen der Liebe nach Gary Chapman

Die Bedürfnispyramide nach Maslow beschreibt, dass zu aller erst, die Grund- und Existensbedürfnisse gesichert werden müssen. Sicherheitsbedürfnis bilden die Grundlage, diesem folgt das Sozialbedürfnis, Individualbedürfnis, Selbstverwirklichung und schließlich, an oberster Spitze, ist die Transzendens. Das sind die Schritte die gegangen werden müssen um ein „erfülltes“ Leben zu führen.
Zu einem der Grundpfeiler, das Sozialbedürfnis, gehört Zuwendung und das Bedürfnis, wahrhaft geliebt zu werden.

Gary Chapman hat sich zur Aufgabe gemacht, seine Beobachtungen in die Welt zu tragen und da mich seine Erkenntnisse so bewegen, möchte ich Dich nun meinerseits auch daran teilhaben lassen und hoffe, dass es auch Dir ein Stück weit die Augen für neue Herangehensweisen, im liebevollen Miteinander öffnet. Denn noch so viel Materielle Sicherheit und Reichtum, erfüllen nicht das Bedürfnis nach wahrer Liebe, denn jede Isolation zerstört die Seele.

Gary geht davon aus, dass jeder Mensch eine Art „Liebestank“ in sich trägt. Ist dieser gefüllt, fühlen wir uns geliebt.
Um diesen Tank zu füllen, bedarf es einer (oder mehrerer) Sprachen. Er hat insgesamt 5 Sprachen extrahieren können. Jeder Mensch spricht auf eine bestimmte Sprache an.
So wie es auch die großen Sprachen der Welt gibt, mit denen wir uns verständigen (oder auch nicht), so verstehen wir auch in Liebesdingen ausschließlich ausgewählte Signale als Liebesbeweis.

Die wenigsten Ehepartner sprechen von Haus aus die selbe Sprache.
Im schlimmsten Falle, sprechen beide vollkommen versciedene Sprachen und wissen und verstehen nicht, dass der Gegenüber Gefühle der Liebe zum Ausdruck bringt, weil die Vokabeln nicht die Selben, wie in der eigenen Muttersprachen sind und deshalb nicht als Liebesbeweis verstanden werden.

Das klingt im Moment noch sehr abstrakt, deshalb möchte ich ein kleines Beispiel geben:

Es gibt die 5 Sprachen der Liebe:

Lob und Anerkennung
Zweisamkeit
Zärtlichkeit
Geschenke
Hilfsbereitschaft

Spricht also der Mann vor allem die Sprache des Lobes und der Anerkennung, wird er höchstwahrscheinlich auch seine Frau oft für das schön gekochte Essen loben und ihr damit seine Anerkennung zollen. Für sie ist das jedoch eine Selbstverständlichkeit für ihn zu kochen und registriert diese Anerkennung nur nebenher. Was sie sich wünscht, als Zeichen seiner Liebe, ist eine Umarmung zur Begrüßung und ein Guten-Morgen-Kuss, um sich seiner Liebe gewiss zu sein. Sie spricht die Sprache der Zärtlichkeit.
Beide sprechen eine vollkommen andere Sprache und zeigen sich ihre Liebe auf ihrer eigenen Muttersprache und so kommt es vor, dass sie ihn möglicherweise nicht dafür lobt, dass er, trotz das er bis spät gearbeitet hat, noch das Regal im Kinderzimmer angebracht hat. Stattdessen streichelt sie ihm vielleicht liebevoll über die Hand, küsst ihm auf die Wange und bedankt sich schlicht. Er kann mit Zärtlichkeiten nur wenig anfangen und ist enttäuscht, keine Anerkennung für sein Werk zu bekommen. Was ist passiert?
Diese kleinen und feinen Details der unterschiedlichen Ausdrucksweise der Zuneigung führen über Jahre hinweg zu dem Gefühl, nicht geliebt zu werden, da keiner von beiden das vom Partner erhält, was sein Verständnis von Zuneigung und Liebe ist, dabei sprechen beide auf ihre Weise ihre Gefühle aus. Das führt auf lange Sicht dazu, dass sich der „Liebestank“ leert und das Gefühl entsteht, vom Partner nicht geliebt zu werden.

Was wäre, wenn sie wüsste, dass ihm Lob und Anerkennung zeigen würde, wie sehr sie ihn liebt? Vielleicht würde sie nicht nur ihrem eigenen Bedürfnis nach Zärtlichkeit Raum geben und ihm Zärtlichkeiten zukommen lassen, sondern auch, um seinen „Liebestank“ zu füllen, mehr als einem schlichten „Danke“ ein paar lobende Worte finden: „Ach wie schön du das gemacht hast! Es sieht genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Du bist eben ein sehr talentierter Handwerker.“ Merkst Du den Unterschied?

Liebe ist ein Willensakt.

Die erste Phase des Verliebtseins hat nichts mit Liebe zu tun. Wir suchen uns nicht aus in wen wir uns verlieben. Und mit der rosaroten Brille auf, sehen wir nicht mehr die störenden, nervigen Macken des anderen, im Gegenteil, sie sind sogar noch bezaubernd. Wir sind verstrickt in einem Phantasiegebilde vom Partner. Wir lassen außer acht, dass auch er seine ganz eigene Vorstellung vom Leben haben könnte, da wir ja so gut zusammen passen und können uns im Traum nicht vorstellen, dass uns unser Partner einmal verletzen könnte.
Sind dann, nach durchschnittlich 2 Jahren, alle Hormone wieder auf dem Normalzustand abgesunken und aus der rosaroten Brille ist wieder eine durchsichtige geworden, kommen die ersten Macken zum Vorschein, die nicht mehr so liebenswert sind, sondern einfach nur noch nervig. Ab jetzt beginnt der Willensakt. Ich entscheide mich willentlich dafür, meinen Teil dazu beizutragen, dass es meinem Partner gut geht, dass er glücklich ist und sich geliebt fühlt. Genau aus diesem Grund, ist es von entscheidender Wichtigkeit, zu wissen, wie ich meinem Partner überhaupt das Gefühl geben kann, geliebt zu sein. Ist das eine ganz andere, mir vielleicht völlig fremde Sprache, dem Chinesischen gleich, kann es anstrengend sein, sich an die neue Sprache heranzutasten und erfordert Willensstärke.

Wie haben wir uns ineinander verlieben können, wenn wir doch so unterschiedlich sind?

In der Phase der Verliebtheit sind wir ohne große Mühe in der Lage alle Sprachen zu sprechen, erst im Laufe der Zeit, kommen wir wieder in unsere Muttersprache zurück. Am Anfang, wenn wir auf Wolke 7 schweben, bringen wir unserem Liebsten vielleicht eine kleine Blume vom Feldrand (Geschenke). Wir können die Hände nicht voneinander lassen (Zärtlichkeit), wollen jede freie Minute miteinander verbringen (Zweisamkeit), sind begeistert vom Gegenüber und was er alles kann (Lob und Anerkennung) und sind sofort da, wenn er neue Projekte startet und Unterstützung bei der Umsetzung braucht (Hilfsbereitschaft).
Ist der Hormonrausch der ersten Zeit abgeebbt, bedarf es unserer willentlichen Entscheidung unserem Partner das zu geben, was er als Liebesbeweis versteht.

Ich finde diese Beobachtung von Gary absolut herausragend und bin davon überzeugt, dass dieses Wissen, die Qualität vieler Ehen und Verbindungen rasant anheben würde, denn nichts ist frustrierender, als aneinander vorbei zu reden. Jeder sagt dem anderen auf seine Weise, dass er ihn liebt, nur ist die Sprache nicht verständlich und kommt nicht an. Das führt zu Frust und im Ernstfall zur Trennung, denn wer möchte schon mit einem Partner leben, von dem man meint, keine Liebe zu bekommen?

Um diese Erkenntnisse ein Stück nach draußen zu tragen, möchte ich nicht nur sein gleichnamiges Buch empfehlen, sondern auch in 5 weiteren Artikeln die 5 Sprachen der Liebe einzeln vorstellen. Das hilft, zu verstehen, warum es in den letzten Jahren immer und immer wieder um die selben lästigen Vorwürfe im Streit ging.

all you need is love

Bild: aslysun

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