Kategorie: zusatzstoffe

selbstrührer – erfahrungen

wie versprochen und angekündigt folgen nun meine erfahrungen die ich bei der herstellung meiner glycerinfreien kosmetikprodukte machte und es wäre zu simpel, berichtete ich nur davon wie ich die rezepte aus dem buch nachmachte und fertig und zufrieden gewesen wäre.
nein. ganz so einfach ist es wie so oft im leben natürlich nicht.

den anfang wollte ich mit meiner tagescreme machen. das rezept in dem buch „vegane kosmetik“ von dr. Claudia Lainka dafür ist sehr überschaubar:
traubenkernöl, sheabutter, tegomuls, wasser, sanddornfruchtfleisch und vitamin e.

sechs bestandteile fand ich sehr wenig, wenn man dagegen die handersüblichen inhaltsstofflisten der tagescremes betrachtet. doch eines der zutaten war mir ein dorn im auge: tegomuls. diesen stoff kannte ich zwar schon aus meiner ersten selbstrührerzeit vor fünf jahren, doch jetzt wollte ich nicht einfach blind nachmachen also recherchierte ich.

dabei fand ich heraus, dass tegomuls ein Glycerinmonostearat ist. und was ist an dieser tatsache so falsch?!
richtig! die ersten drei silben widersprachen meiner motivation glycerinfreie kosmetika herzustellen. auf dem ersten blick schien das buch ausschließlich glycerinfreie rezepte zu bieten. nun wurde ich eines besseren belehrt, aber das gab mir keinen grund gleich alles in den wind zu schlagen und ich stöberte weiter im buch. und schon fand ich ein rezept für ein feuchtigkeitsgel in dem guarkernmehl als bindemittel verwendet wird.

sämtliche wissenschaftler und erfinder kamen in ihren forschungen nur durch experimentieren weiter, also tat ich das selbe und ersetzte das tegomuls ganz einfach durch guarkernmehl. das war ja bereits als veganerin in meinem küchenschrank vorrätig. alle weiteren inhaltsstoffe erwarb in ich in der spinnrad-ecke des reformhauses Vitalia.

nun konnte es losgehen. ich ging bei der zubereitung genauso vor, wie im buch beschrieben und es schien gut zu funktionieren…den nächsten morgen als ich meine neue creme dann aber nutzen wollte, hatte sich das öl abgesetzt und ich cremte mich quasi nur mit dem öl ein. störte mich nicht weiter und meiner haut tat es auch gut nur war eine optimale tagescreme doch etwas anderes als des klumpen-öl-gemisch in meinem bad.

ein erneuter blick ins buch ließ mich auf ein rezept für körperbutter stoßen: sheabutter, calendulaöl, blutorangenöl, estragonöl und vitamin e. fast alles fette und kein einziger emulgator. großartig!
das sollte die grundlage meines ganz eigenen rezeptes werden:

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meine tagescreme rührte ich nun folgendermaßen zusammen:
10g sheabutter
2tr rosenwasser
2tr traubenkernöl
1tr vitamin e
10tr aloe vera
2tr sanddornöl
2tr kokosöl

sie ist wundervoll geworden! und sie tut meiner haut bis jetzt sehr gut. und es hat nur zwei anläufe gebraucht!
also ein problem weniger.IMG_9592

nun wandte ich mich meinem deo zu. denn auch wenn ich penibel darauf geachtet
hatte dass keine aluminiumsalze enthalten waren, so stand doch glycerin bei der inhaltsangabe. also, deo ersetzten!
auch das rezept wandelte ich sofort etwas ab und rührte dann folgendes zusammen:
50ml rosenwasser
1el natron
1el kieselerde
10tr teebaumöl
2tr aloe vera
1tr vitamin e

das deo hält sehr gut! und ich liebe rosenduft! ich liebe rosengeschmack! ich liebe alles rund um rosen, also ist das deo für mich der absolute knaller! den einzigen makel den ich bisher leider ziehen muss, und das kann sich eigenllich jeder gut denken: durch die bestandteile natron und kieselerde wird die düse eines pumpsprays, was eigentlich sehr praktisch für ein flüssiges deo wäre, verstopft und so muss ich mir das deo erst in die hand kippen und dann an die achsel schmieren…etwas steinzeitlich, aber bisher meine einzige option (die ich aber in kauf nehme – es gibt weitaus schlimmeres). ich werde einmal sehen, ob ich dafür vlt. eine bessere lösung finden kann.

jüngst habe ich ein duschgel sowie ein shampoo hergestellt. beides habe ich so gut wie eins zu eins nach den rezepten im buch angefertigt und bin noch skeptisch. die probe aufs exempel war reichlich gewöhnungsbedürftig.
das shampoo schäumte nicht (seeeehr ungewohnt) und das duschgel funktionierte aus meiner sicht überhaupt nicht. also heißt es wohl wie zuvor bei den rezepten: selbst ist die maus. aber diese erfahrungen lassen mich besser an eigene rezepte herangehen.

grundsätzlich bin ich dadurch schon auf neue und wie ich finde sehr spannende informationen gestoßen. in den rezepten im buch wird tonerde verwendet. ich habe nun einige reformhäuser abgeklappert und alle verwiesen mich nur auf lavaerde. schließlich kaufte ich eben jene und konnte dem beipackzettel entnehmen, dass es sich dabei auch um tonerde, das kaolin, handelt, also genau dem inhaltsstoff, der im buch verwendet wird. zwei namen für ein und das selbe. wie verwirrend.
weiterhin konnte ich durch den beipackzettel erfahren, dass der name kaolin von dem ortsnamen abgeleitet wurde, in dem es entdeckt wurde: Gaolin in China.
der hersteller listet auch noch weitere für mich spannende informationen auf: lavaerde ist absolut reizfrei und sehr hautverträglich, dadurch wird es vor allem für allergiker sehr interessant. mit lavaerde gewaschenes haar wird seidenweich, glänzend und geschmeidig und muss wohl als folge auf dauer weniger gewaschen werden. es ist absolut umweltverträglich da es keine tenside enthält und damit die abwässer nicht verschmutzt.
laut herstellerangaben kann man sich auch mit reiner lavaerde haut und haare waschen und gibt folgende zubereitung an:
für mittellanges haar, solle man 3-6el mit der doppelten menge wasser anrühren und kurz quellen lassen. dieses „gel“ verteilt man dann im haar und spült es gründlich aus.

es ist doch reichlich seltsam. wie kann erde sauber machen?
die reinigung beruht dabei auf einem rein physikalischen wirkprinzip: die feinen partikel haben eine besonders hohe austauschkapazität, das heißt, sie haben die fähigkeit schmutzpartikel und überschüssiges fett aufzusaugen und abspülbar zu machen. normale tensidhaltige produkte reinigen durch die herabsetzung der wasseroberflächenspannung, wodurch schmutz und fett gelöst werden. spannend oder?!

also ist lavaerde grundsätzlich ein sehr spannendes produkt, dessen anwendung ich weiter „erforschen“ werde.
mein haar hat es gereinigt. es fässt sich allerdings auch irgendwie rau an, aber es liegt gut. meine mutter schwört auf eine essigspülung am ende jeder haarwäsche. vlt sollte ich diese noch mit anhängen um das ergebnis zu optimieren.

wichtig an dieser stelle für mich noch zu erwähnen ist die nutzung von waschnüssen.
vor einer halben ewigkeit habe ich mir einmal einen kleinen karton voller waschnüsse gekauft. und zur herstellung meines selbstrührer shampoos und duschgels musste ich jeweils drei hälften besagter waschnüsse auskochen. das bildete in beiden fällen die grundlage.
waschnüsse kommen allerdings aus fernen ländern und da die nachfrage in europa stark anstieg, können sich nun die menschen in z.b. indien keine waschnüsse mehr leisten und nutzen dadurch nun chemische waschmittel die meistens direkt in flüsse geleitet werden.

hierzulande gibt es aber äquivalent zu den nüssen die kastanienwaschmittel. und auch efeu enthält, wenn auch weit weniger dosiert, saponine. (einfach über nacht unzerkleinert in ein glas wasser legen. doch hier ist für meine begriffe vorsicht geboten! in zu hohen dosen wirkt efeu giftig! auf erfahrungen kann ich an dieser stelle auch noch nicht zurückgreifen.)

es bleibt also spannend.
ich werde von weiteren erfahrungen als bald berichten!

 

sind wir lebendige mumien?

um nach langer zeit auch einmal wieder mehr in richtung frucht statt der fleischeslust zu gehen hier einmal neue eindrücke meines versuches dauerhaft gesünder zu leben.

beim stöbern in meinem lieblingsbuchladen stieß ich auf ein buch, mit dem ich schon seit jahren liebäugelte: vegane kosmetik von dr. Claudia Lainka.
daraufhin wurde mir wieder die brisants rund um glycerin ins gedächtnis gerufen. ich holte also noch einmal das schlaue buch vor in dem ich einmal darüber gelesen hatte und frischte mein wissen auf, was genau an glycerin eigentlich so schlimm ist, schließlich ist es in praktisch jedem kosmatikprodukt enthalten. warum sollte das so sein, wenn es doch so schädlich ist?!IMG_9608

glycerin ist eine sehr reaktionsfreudige substanz die leicht vom körper aufgenommen wird, da sie wasserlöslich ist. es ist ein alkohol und bestandteil von fett. dr. Mauch kam nun in seinen studien mit seinen patienten zu dem ergebnis, dass sich durch das benutzen von glycerinhaltigen produkten eine art imprägnierschicht bildete und daraus eine stoffwechselblockade resultierte. das wiederum schwächte die abwehrmechanismen und sorgte auf diese weise für erhöhte infektionen.

puh…

nehmen wir einmal ein ganz simples experiment, wie wir es in der grundschule durchgeführen könnten:
„nehmen sie je ein halbes glas glycerin und ein halbes glas wasser und mischen sie diese. glycerin ist ausgezeichnet wasserlöslich.
wir haben herbst oder eine andere jahreszeit. sie wollen ein blatt imprägnieren und die farbe erhalten. also tauchen sie das blatt in die wasser-glycerin-lösung.
hiermit imprägnieren sie dieses blatt. jeglicher stoffwechsel wird blockiert. das blatt zerfällt nicht mehr. form und farbe werden erhalten.“ (zitat aus dem buch die bombe unter der achselhöhle von dr. med. Walter Mauch auf den seiten 84-85.)

und genau dieser vorgang findet auch in unserem körper statt nach dauerhafter nutzung von glycerinhaltigen produkten und wir werden zur lebendigen mumie.
ist das nicht gruselig?!

neulich, als ich mir mein lieblingsstück seife von lush kaufte nahm ich mir das „handbuch der konservierung“ mit. ein kleines prospekt das lush zur aufklärung über ihre reinen produkte auslegt. dort behandeln zwei seiten den inhaltsstoff glycerin. neben der geschichte zur entdeckung, wird dort auch die wirkung beschrieben: „ähnlich wie honig absorbiert die klare, zähe flüssigkeit freies wasser in seiner strucktur und erschafft so eine feindliche umgebung für mikroben. es ist eine ideale alternative für wasser in produkten wie duschgel oder hautcreme. es ist außerdem feuchtigkeitsspendend, darüber hinaus trägt es inhaltsstoffe wie fruchtsäfte in die haut, wo sie ihre wirkung entfalten können.“ (aus dem handbuch der konservierung von lush auf seite 47.)

nun, wie oft in dokus beschrieben die ich gesehen habe, ist der körper bis zu einem gewissen grad sehr widerstandsfähig gegenüber äußeren einflüssen. die dosis macht oft das gift so sagt man. aber es kommt nun eine völlig unerforschte komponente dazu: dadurch dass wir nicht nur einem, sonder ganz vielen verschiedenen umweltgiften ausgesetzt sind, potentiert sich deren wirkung, bzw. schafft völlig neue gifte, die gesundheitliche schäden hervorrufen.

so finden sich z.b. in zahnpasten flurit (gift1) und glycerin (gift 2).
wir kennen die auswirkungen von gift 1. und wir kennen die auswirkungen von gift 2.
die rechnung ist denkbar einfach:

gift 1 + gift 2 = neues gift (dessen wirkung völlig unbekannt ist)

und dies ist nur eine kleine rechnung. mittlerweile ergeben sich weit längere rechnung mit vielen verschiedenen giften und kein mensch kann da noch durchblicken.

durch diese vielen aufgefrischten informationen und neuer motivation dank des buches, machte ich mich also erneut daran meine kosmetika genauer zu betrachten und siehe da: außer in einer meiner zahnpasten ist wirklich ÜBERALL glycerin enthalten.
und welche folgeerkrankungen bringt dr. Mauch nun mit glycerin in verbindung?
laut seiner studien sind MS, osteoporose, alzheimer, parkinson und neuropathien die krankheiten, die er durch absetzung des stoffes wenn auch nicht in jedem falle heilen, so doch aber erheblich lindern konnte.

IMG_9612was glaubt ihr wie glücklich ich war nun ein buch gefunden zu haben in dem kosmetikrezepte ohne glycerin zu finden waren, denn selbst das erwies sich als schwierig. voller begeisterung investierte ich die 7,99€ und machte mich ans werck erfahrung zu sammeln und hoffentlich ein zufriedenstellendes ergebnis mit funktionierenden produkten zu erhalten.

all das erfahrt ihr in meinem nächsten artikel: wie ich meine ersten produkte umsetzte und mein anwendungsfazit. seit gespannt! bis dahin lasst es euch gut gehen!

chia

nun goss sie noch etwas hafermilch drüber und fertig schien es, da sie die schüssel in den kühlschrank stellte. „oma? was ist das?“, fragte Tommy, der die ganze zeit über neben ihr gestanden und sie beobachtet hatte schaute sie mit seinen kindlich interessierten und großen augen an.
das ist pudding„, entgegnete die oma. Tommy sah sie ganz verwirrt an. „also wenn mutti pudding macht sieht das anders aus!“, sagte er mit herausforderndem tonfall, immerhin hatte er seiner mutter dabei auch schon oft zugeschaut und wollte nun wissen, was seine oma in wirklichkeit zubereitet hatte.

„ja, das ist richtig, nur musst du wissen, dass das ein ganz spezieller pudding ist. er besteht aus chiasamen. das ist ein samen der von ganz weit her, aus südamerika kommt. schon die hochkulturen aus längst vergangenen tagen haben diese samen wegen ihrer hohen nährwerte viel verwendet. in der mexikanischen volksmedizin heißt es das schon ein teelöfel dieser samen ausreiche um einen erwachsenen menschen für einen tag lang mit allen wichtigen nährstoffen zu versorgen. und damit hatten die medizinmänner dieses volkes auch garnicht so unrecht.
chia enthält nämlich doppelt sie viel eisen wie herkömmliche getreidesorten und hat zudem ein ausgeglichenes omega-3 und 6-fettsäuren-verhältnis.
was absolut erstaunlich ist, ist, dass in diesen kleinen samen doppelt so viel kalium zu finden ist, wie in einer banane und sie übertrifft auch spinat um das dreifache des eisengehalts. da würde popeye augen machen! was mich sehr fasziniert hat ist der fakt, dass sie ungeheure mengen antioxidantien aufweisen, dabei dachte ich die befänden sich nur in buntem obst und gemüse.
der grund jedoch warum ich die chiasamen zu mir nehme ist tatsächlich mein bauch.“, mit diesen worten schaute sie ihrem enkel tief in die augen und rieb sich mit einer hand den bauch.

„deine oma hat einige verdauungsprobleme, doch chiasamen haben die eigenschaft in verbindung mit flüssigkeit zu verschleimen. das regt die verdauung an, da die ballaststoffe die ausleitung der ablagerungen reguliert und auch die verdauung der lebensmittel vereinfacht. durch die angeregte verdauung wirken sie sich auch positiv auf den blutzuckerspiegel aus, da sie die umwandlung von kohlenhydraten in zucker verlangsamen, was dazu führt, dass du mehr ausdauer hast. du kannst also viel länger in der gegend herumtollen.
es ist also eine kleine nährstoffbombe, die sogar gewebeaufbauend wirkt. also wenn du dich beim herumtollen verletzt, durch die viele energie die dir die samen geben, heilen deine wunden auch schneller.“
„und wonach schmecken diese samen?“, fragte Tommy etwas verwirrt von den informationen der oma.
„im grunde genommen nach nix, das hat jedoch den vorteil, dass du sie nach allem schmecken lassen kannst, was du dir wünschst.“
„dann solltest du mir auch einen chiapudding machen. mit bananengeschmack!“

palmöl

und schon setzte sich einer der vier bulldozer in bewegung. mir blieb der mund offen stehen. das konnte es ja wohl nicht geben!
der größte park der stadt, älter als meine uroma, wurde nun vor meinen augen dem erdboden gleich gemacht. er muss für ein weiteres der gut 60 einkaufszentren weichen.
ich stand immer noch wie angewurzelt da.
die grüne lunge der stadt – einfach zerstört!

„na also wenn sie das schon furchtbar finden, dann dürfte ihnen der erhalt des regenwaldes ja auch am herzen liegen oder ist das nicht so schlimm weil es nicht vor der eigenen haustür passiert?!“, sprach mich eine androgyne frau, ebenfalls darüber erbost, an. „doch, doch, immerhin geht uns diese thematik alle an! deshalb vermeide ich auch jegliche produkte die palmöl enthalten. auch wenn es schwer erscheint, da es fast in jedem produkt unserer westlichen hämisphäre enthalten ist.“, entgegnete ich, ohne den blick vom geschehen abzuwenden.
es war einfach zu fesselnd wie jahrhunderte alte bäume in kürzester zeit gefällt wurden.
,noch letzte woche saß ich unter dem baum‘, dachte ich.

„sie wissen von der problematik des palmöls?“, sagte sie positiv überrascht und wandte sich mir aufgeschlossener zu. „das ist erstaunlich, wo doch gefühlt niemand von dieser problematik weiß.“ „so kommt es mir auch immer vor. mag aber auch daran liegen, dass erst ab 2015 jede Zutat tatsächlich namentlich genannt werden muss. noch verbirgt es sich oft unter dem simplem und allgemeinem begriff ,pflanzliches fett‘. genauso ist es auch bei kosmetika, wo man oft nicht weiß was sich genau hinter den gelisteten zutaten verbirgt. zum beispiel cetearyl, lauryl oder stearyl kennt doch kein mensch!
was mich allerdings wirklich interessieren würde ist, warum sie nicht einfach woanders anbauen?“

laut der informationen die ich bisher bekommen habe wachsen die palmen auf eben jenem regenwaldboden einfach am besten. sie roden den djungel, wobei nicht nur die pflanzenwelt sondern auch sämtliche tiere und auch urwaldbewohner getötet und vertrieben werden. sie legen dann den torfboden trocken, in dem co2 gespeichert ist, der durch die trockenlegung freigesetzt wird und auf diese weise dann den treibhauseffekt weiter ankurbelt. ist das nicht erschreckend? und dabei wächst die nachfrage stätig, da es das günstigste pflanzenfett ist. es nimmt bereits den größten marktanteil mit 30% ein.“
„Naja, das ist doch sonnenklar. es ist einfach viel ertragreicher als herkömmliche pflanzenfette. es übersteigt den ertrag pro fläche bei raps zum beispiel um das dreifache.“
„aber um was für einen preis…“, verzweiflung lag in ihrer stimme.

„es ist schade drum, da palmöl an sich ein schöner fettlieferant ist. nicht nur das es hohen temperaturen strotzt, es hat auch einen absolut beeindruckenden anteil an carotinen, die ja besonders gut für haut und augen sind. außerdem ist auch viel vitamin e und das coenzym q10 enthalten, also ein rundumschutz vor freien radikalen. es wäre flasch das öl zu verteufeln. es ist nur die falsche herangehensweise es zu produzieren.“
„ich merke sie haben den durchblick was diese thematik anbelangt. was halten sie davon noch auf einen tee über die möglichkeiten zur vermeidung von palmölenthaltenden waschmitteln zu diskutieren? es ist einfach unglaublich das auch in derlei produkten palmöl enthalten ist. doch mir ist noch schleierhaft wie ich nun meine wäsche waschen soll. hätten sie da ein paar ansatzpunkte?“

ohnmächtig in anbetracht der zahlreich angerückten bulldozer zogen sie gemeinsam von dannen. weg von dem traurigem anblick des zerstörten parks, der so vielen anwohnern als erholungsoase voller frischluft diente und nun zu einem konsumtempel werden solle.

fett

fett_klein

knirsch, quietsch, rums. als sich der adipöse gast des dinners auf einen stuhl an der theke sinken ließ vernahm das gesamte restaurant das ächtzen des stuhls. „siehst du“, sagte Casandra, „deshalb achte ich genau auf meine fettzufuhr! so wenig wie möglich! dann kann dir sowas da nicht passieren!“ sie warf einen verstolenen blick zu dem neuen gast rüber. ich schaute ebenfalls, was zu dem aufstöhnen des stuhls geführt hatte und widmete mich danach wieder meinem essen.
„der umfang des mannes hat doch nicht ausschließlich mit fett zu tun! fett ist sogar sehr wichtig!“, hielt ich kurz inne und bedachte sie mit einem vielsagenden blick, bevor ich genüsslich in meinen, mit ausschließich gemüse belegten und öl beträufelten burgen biss. glücklich kauend, mit aufgeplusterten backen schaute ich aus dem fenster und begann fast beiläufig weiter zu erzählen: „weißt du, es kommt darauf an was für fette du zu dir nimmst. es gibt nämlich unterschiedliche!“
ich machte eine kurze, spannungssteigernde pause und erzählte dann weiter: „es gibt die gesättigten fettsäuren, die keine bindungen mehr eingehen können und die ungesättigten, die noch in der lage sind bindungen einzugehen.“

Cassandra hörte auf an ihrem spärlichem mahl zu mümmeln und fragte: „und was meinst du mit ‚bindungen eingehen‘?“
„naja, grundsätzlich liefert fett energie. es gibt fette die die organe schützen und polstern und sie vor zum beispiel kälte isolieren. dann gibt es fette die als vermittler arbeiten und hormone produzieren. und sehr oft fungieren sie als transportmoleküle um fettlösliche vitamine zu transportieren. in diesem fall also doggen die vitamine an und gehen kurzzeitig eine bindung ein.“

Cassandra bekommt indess immer größere augen und hat bereits aufghört zu essen um mir aufmerksam lauschen zu können. „ja aber wie kommt es dann, dass so viele menschen so fett sind?“ „also das liegt ja nicht nur am fett selbst. du kannst die schuld nicht allein einem nahrungsbestandteil in die schuhe schieben. es liegt meistens daran, dass zu viel von nur einer art von fett zu sich genommen wird. nämlich die gesättigten fettsäuren, welche unmittelbar in energie umgewandelt werden und auch ernergiereserven für später bilden – fettpölsterchen genannt.“, antworte ich mit einem zwinkern. „gesättigte fettsäuren können zudem vom körper selbst produziert werden. dazu benötigt er nur stärke, zucker oder alkohol. und aus dem baut er sich fett und speichert es. ungesättigte fettsäuren sind dagegen essentiell, können also nicht selbst vom körper produziert werden.“ „jetz bin ich ganz verwirrt!“, sagte sie und unterstrich ihre aussage mit einem reichlich irritiertem gesichtsausdruck und einem leichten kopfschüttler. ich fing an zu lachen, biss noch einmal genüsslich vom brot ab und erklärte weiter: „eigentlich ist es ganz einfach. wichtig ist, wie so oft, das richtige verhältnis. mehr ungesättigte und weniger gesättigte fettsäuren. in fleisch und käse sind ausschließlich gesättigte fettsäuren, wo hingegen in pflanzlichen ölen anteilig mehr ungesättigte fettsäuren zu finden sind.“ „gut. dann mach ich mir jetz noch mehr öl auf den salat um die vitamine aufnehmen zu können.“, sagte sie etwas verdattert über diese informationen und griff zu dem olivenölfläschchen das auf dem tisch stand.
„sieh mal,“, sagte ich und nahm die flasche von ihr entgegen als sie es mir reichte und träufelte mir ebenfalls noch etwas auf mein gemüse, „fett ist zudem noch geschmacksträger für aromastoffe. mit fett schmeckt das essen meist noch viel, viel besser. also spare nicht am fett, sondern achte auf das verhältnis!“

maca

verzweifelt saß er in der bahn – auf dem weg nach hause.
er stand unter enormem druck. auf arbeit wurde immer mehr leistung gefordert und auch privat war der wunsch seiner frau nach kindern so groß, dass er selbst beim sex keine erholung mehr fand. er war sich sicher schon alles menschen mögliche getan zu haben wenigstens seine frau glücklich zu machen, doch es sollte sich trotz seiner bemühungen nichts ändern.
er starrte aus dem fenster. seine innere angespanntheit war mit der zeit so gewachsen, dass schon der kleinste konflikt absoluten stress für ihn bedeutete.
er war ratlos bei all den erwartungen die er zu erfüllen hatte.
da drang ihm die stimme einer frau ans ohr, die sich mit einer freundin, unweit von ihm, unterhielt.

„es ist unglaublich! 3 gramm! ich sag es dir! 3 gramm und dein leben ändert sich total!“, nachdem sie das gesagt hatte schaute sie hinunter auf ihren hochschwangeren bauch und streichelte ihn.
„Ich weiß garnicht mehr wie wir davon erfuhren, aber es hat uns wieder energie gegeben!“ „wie heißt es nochmal?“ ich schreib mir das gleich mal auf!“, sagte die freundin und zückte sogleich ihr allseits einsatzbereites notizbuch.
„macapulver! ist meistens nur im internet erhältlich und auch etwas teuer. aber diese investition lohnt sich auf alle fälle!!!

Micha und ich hatten immer viel um die ohren. der stress war kaum auszuhalten. aber dann, als wir das macapulver zu uns nahmen – ich mische es mir immer in mein frühstücksmüsli – empfanden wir kaum noch stress. unsere leistungs- und konzentrationsfähigkeit stieg ernorm an. ich empfinde weniger ängste und verfalle nicht mehr so oft in depressive phasen.
und, was überhaupt das wichtigste ist:
Micha hat wieder lust auf sex!
mich verwunderte diese veränderung unserer lebensqualität, also recherchierte ich einmal was es mit diesem maca genau auf sich hat.

es wird aus der wurzel der macapflanze gewonnen die in den anden in peru wächst. es wird dort zur potenzsteigerung eingesetzt und es wurde bereits wissenschaftlich belegt, das es die spermienqualität bedeutend verbesser! und siehe da!“, sie wieß auf ihren bauch. er schaute sich um, um die erzählerin ausfindig machen zu können.
„es reguliert den hormonhaushalt ohne das natürliche gleichgewicht durcheinander zu bringen wie es bei herkömmlichen präparaten der fall ist. dadurch wirkt es auch so luststeigernd. weiterhin habe ich herausgefunden, dass es den cholesterinspiegel senkt und für den muskelaufbau förderlich ist. das kam Micha auch sehr zu gute. er sieht jetzt wieder richtig gut aus! sein beruf hat ihn schon immer sehr gefordert, aber mit dieser pflanze ist es etwas einfacher geworden dem ständigen druck und den erwartungen der außenwelt stand halten zu können.

also alles in allem ist diese pflanze ein absoluter energielieferant da auch relativ viel eisen, essentielle aminosäuren und nahezu alle vitamine enthalten sind.
es lohnt sich also in jedem fall es wenigstens einmal auszuprobieren. auch wenn ich sagen muss, dass ich mich an den geschmack erst gewöhnen musste. aber jetz liebe ich es.
es ist schon witzig welche sonderbare macht die gewohnheit hat. apropro, ich muss hier raus!“, sagte sie und damit kam die bahn zum stehen.
„es war schön dich einmal wieder zu sehen!“, und mit diesen worten drückte sie ihrer begleitung einen kuss auf die wange und verließ die bahn.

von diesen informationen, die er als stiller zuhörer erhaschen konnte, ganz angetan, wollte er nun mehr darüber erfahren. das klang nach genau der abhilfe die er brauchte.
sollte er ihr folgen und sich noch einmal detailreicher erklären lassen was ihre erfahrungen mit der pflanze waren? noch stand die bahntür offen…

aluminium

und schon schmiss er die kartoffeln auf den grill. „ist schon komisch das alimunium genau genommen nicht so gut ist!“, sagte der grillmeister und sorgte dafür dass die folienkartoffeln den besten platz des grills bekamen. „ich steh auf diese dinger!“, raunte er.
„moment mal! was meinst du mit ’nicht so gut‘?“, fragte Elli, die davon zum ersten mal hörte. „na neulich laß ich in der zeitung das sich aluminium im gehirn absetzt und dadurch alzheimer verursacht.“ „ach was?!“, sie sah zeimlich verdutzt aus, „das ging an mir vorbei!“

als journalistin laß sie schon zum frühstück drei zeitungen. bei dieser informationsflut schien ihr diese umbequeme wahrheit engangen zu sein. sie hakte nach.
„was genau hast du in dem artikel noch gelesen?“
„hmmm…so detailreich habe ich ihn jetzt auch nicht mehr im kopf. es wurde aber im allgemeinen darüber aufgeklärt, dass das leichtmetall gesundheitsschädigend ist und mittlerweile bei jedem im blut gemessen werden kann, was aus medizinischer sicht nicht sein dürfte, da es nicht in den körper gehört. es soll wohl in fertigbackwaren und sogar in babynahrung sein.“ „ach herje!“, sie war entsetzt!

das schrie förmlich danach eingehender recherchiert zu werden. gleich nachdem sie spät des nachts vom grillabend nach hause kam, setzte sie sich noch an den rechner um nach weiteren indizien für eine heiße story zu suchen.

„aluminium ist das dritt häufigste element auf der erde und das am häufigsten vorkommende metall in der erdkruste. es kommt jedoch ausschließlich in gebundener form vor.“, laß sie laut für sich vor. „nur durch das zutun des menschen ist es möglich die aliminium-kationen aus dem gestein zu lösen.“ ein gähnen unterbrach ihre wissbegierde und zwang sie nun endlich dazu ihrer wohl verdienten nachtruhe nachzugehen.
am nächsten morgen saß sie schon während des frühstücks wieder am rechner und laß. jedes mal wenn sie ein thema derartigst gefangen genommen hatte, war sie von der quelle des wissens nur schwerlich zu trennen.

„Das ist unglaublich!“, schrie sie aus und griff zu ihrem mobiltelephon um ihre beste freundin anzurufen.
„ja, Richter hallo.“
„hey, ich bins!“
„ah, na?! was gibts neues? wie war der grillabend gestern?“
„ja schade dass du nicht dabei warst! aber weißt du was?! durch den grillmeister bin ich auf eine unfassbare story gestoßen! ich werde in den regenwald nach indonesien fleigen!“
„WAS?!“, entsetzen aus der anderen leitung.
„es ist unglaublich! es werden hunderte von quadratkilometer regenwald jedes jahr abgeholzt, nur um das darunterliegende bauxit abzubauen und aluminium zu gewinnen! kannst du dir das vorstellen?“
„ähmmmm“
„ja! eben!“, unterbrach sie sie,  „skandalös. ich habe so eben meine flüge gebucht!“