Die Lieblingsjagdgefährtin der Artemis, die wunderschöne Kallisto, legte sich eines Tages zur Rast in den kühlen Hain. Den Bogen bei Seite gelegt, bezauberte ihr Antlitz in ihrer weißen, gerafften Tunika und den hochgebunden Haaren Zeus, der sie beim Vorübergehen entdeckte. Sofort entflammte eine Leidenschaft in ihm und er ersann sich eine List.

Er tarnte sich als Artemis und suchte die nichtsahnende Kallisto auf. In Gestalt ihrer Jagdgefährtin begrüßte Kallisto die scheinbare Artemis herzlich. Er legte sich zur Kallisto, umarmte sie und gab dann sein wahres Antlitz preis. Er zwang sie, ihm willens zu sein. Vergewaltigt, ließ er sie mit ihrer Schande zurück. Zurück im Olymp, ahnte seine Gattin, dass er ihr fremd gegangen war.

Verborgenes Leben

Monate später, an einem heißen Nachmittag nach einer Jagd, kamen Artemis und Kallisto an einem Fluss zur Ruhe. Um sich abzukühlen, entkleidete sich Artemis und ging ins Wasser. Zögerlich folgte ihr Kallisto, hatte sie doch bis dahin erfolgreich ihre Schwangerschaft vertuschen können. Nun kam sie ans Licht und Artemis verbannte Kallisto, sie solle nie wieder unter ihre Augen treten, hatte sie ihr doch die Keuschheit geschworen!

Nun wurde auch Hera, die Gattin des Zeus, zur Furie, als sie erfuhr, dass Kallisto einen Sohn namens Arkas zur Welt brachte. Wut entbrannt suchte sie Kallisto auf und schleuderte sie mit Schimpfworten auf den Lippen zu Boden. Und wie Kallisto dort auf allen Vieren auf dem Boden lag, wuchsen ihr dunkle Haare an Armen und Beinen. Ihre Hände und Füße formten sich zu Bärentatzen und ihr schöner Mund, den Zeus so leidenschaftlich küsste, wurde zu einer fangzahnoffenbarenden Schnauze, aus der hässliches Brummen drang.

Wiedersehen

15 Jahre lang streifte sie nun in Gestalt eines Bären durch die Wälder, in denen sie selbst einst als Jägerin unterwegs war und von der Jägerin zur Gejagten wurde.
Eines Tages erblickte sie ihren Sohn.
Noch immer mit menschlicher Seele, erkannte sie ihn und versuchte sich ihm zu nähern. Dieser jedoch wusste nichts von ihrer Existenz und war im Begriff sie mit seinem Speer zu morden, als Zeus die beiden ergriff und an den Himmel schmiss.

Hera war über diese Verherrlichung ihrer Nebenbuhlerin am Himmel so erzürnt, dass sie ihre Zieheltern Tethys und Okeanos, Götter des Meeres, darum bat, die Bärin niemals in das nördliche Wasser abtauchen zu lassen.

Sternbilder sind in Vergessenheit geraten, dabei erzählen Sterne am Nachthimmel Geschichten. Meine Mission: Sternbilder neu erleben.

Ursa Major wie wir ihn sehen

Die lateinische Entsprechung zum großen Bären ist Ursa Major. Auf der nördlichen Halbkugel der Erde ist der große Waagen samt dem großen Bären, das ganze Jahr über voll zu sehen. Diese Eigenschaft wird als zirkumpolar bezeichnet. Der Bär dreht sich also im Laufe eines Tages einmal um den Polarstern herum.

Mit Hilfe der Deichsel des großen Wagens kannst Du auch den Polarstern finden. In dem Du die vordere Kante des Wagens etwa 5x in einer geraden Linie verlängerst, findest du den Polarstern, der den Himmelsnordpol markiert.

Die sieben hellsten Sterne

Der große Wagen, als Teilsternbild des großen Bären, wird Asterismus genannt. Er umfasst die 7 besonders hellen Sterne des Sternbildes. Insgesamt besteht der große Himmelswagen aus den Sternen Benetnasch (ar. „Klageweib“), Alkor als Reiterlein des Mizar, Alioth (ar. „Schwanz“), Megrez (ar. „Schwanzansatz“), Phachd oder Phekda (ar. „Schenkel“), Dubhe (ar. „Bär“) und Merak (ar. „Lende“).

Der zweite Stern des Schwanzes des großen Bären ist ein Doppelstern. Wer ganz genau hinschaut, kann erkennen, dass Alkor neben Mizar sitzt. Auf Grund dieser Konstellation nennt man ihn auch Reiterlein.

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