Wer kennt es nicht?! Und wieder hast Du Dich an die falsche Kasse gestellt. Und der Typ ganz vorne lässt sich beim Einpacken auch nicht aus der Ruhe bringen. Und dann bist Du auch noch spät dran! Wolltest nur kurz noch was einkaufen, weil doch noch was vom Einkaufszettel fehlte. 

Ärger. „Ich ärger mich.“

Der gute, alte Ärger. Eine sehr deutsche Reinkultur. Es gehört gewissermaßen zum guten Ton, sich zu beschweren – sich „Luft“ zu machen. Begehrte Themen sind das Wetter, die Nachbarn und Frau Merkel. Dabei könnte doch alles so schön sein richtig?! Oder ist es das vielleicht schon, nur Du siehst es nicht?

Wann immer wir uns ärgern, sind meistens ganz viele verschiedene Einflüsse daran schuld. Denken wir zumindest. 

Alltägliche Sprache beeinflusst, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen. Worte haben eine gewaltige Kraft, die wir zu unseren Gunsten nutzen können.

Im Innen beginnt alles

Ärger entsteht in uns selbst. Er kommt nicht vom Außen. Wann immer wir uns also Ärgern, sind wir selbst dafür verantwortlich. Das glaubst Du nicht? Wenn der Typ da vorn an der Kasse ewig trödelt, hat das doch nichts mit mir zu tun?!

Ja, Du hast recht. Es liegt ganz allein an Deiner eigenen Bewertung. Ein anderer Kunde vor Dir ist in derselben Situation wie Du und bewertet die vermeintlich gleiche Situation vollkommen anders. 

Die Empfindung, geärgert zu werden, kommt von innen und nicht aus dem Außen. Oftmals ist Ärger eine Erscheinung von einem vollen Fass, dass sich über längerem Zeitraum aufgebaut hat und nicht beachtet wurde. Viele „Runterschluckmomente“, in denen sich das innere „Ärgerfass“ langsam und stetig gefüllt hat. Was ist das ungelebte und unbefriedigte Bedürfnis, was Deinem Ärger zugrunde liegt?

Hast Du beim ersten Einkauf die Liste unachtsam gelesen und die Hälfte vergessen? Sind Deine Termine zu eng getaktet, so dass Du nun im Stress bist? Ist diese Einkaufshalle eigentlich immer rappelvoll? Und der Kassierer erinnert Dich an Deinen gemeinen Schwiegervater? 

Der erste Schritt zur Veränderung

Bevor das Ärgerfass wie eine Bombe explodiert, horch in Dich hinein. Werde Dir bewusst, wann Du Dich ärgerst, bzw. DASS Du Dich gerade ärgerst. Fühle den Zorn. Mache Dir bewusst, dass Du selbst es bist, der sich ärgert. Warum bewertest Du die Situation auf diese ganz bestimmte Weise? Du könntest mit der Wartezeit auch allerhand schöner Dinge anstellen. Schon mal das Geld zusammenzählen dass Du brauchst. Der Freundin auf ihre Nachricht antworten. Vokabeln lernen oder fasziniert Leuchte beobachten.

Der zweite Schritt

Kultiviere positive Deutungen und höre auf, dem typisch deutschen Genörgel nachzugehen. Hör in Dich rein, warum Du Dich selbst so ärgerst. Ärger ist nichts weiter, als eine negative, gegen sich selbst und andere gerichtete Interpretation des Geschehens. Also warum deutest Du nicht einfach die Situation zu Deinen Gunsten um?! Ist es nicht viel schöner, glücklich zu sein und positiv zu denken?

Viele dieser Ärgerfässer haben sich über lange Zeit aufgebaut und es ist nicht immer so einfach den wahren Ursprung dieses tiefersitzenden, unbefriedigten Bedürfnisses auf die Spur zu kommen. Nutze also jede Gelegenheit, wie ein richtiger Sherlock, dem wahren Verbrecher zu enttarnen und ihm auf diese Weise Gehör zu verschaffen. Dann kann er endlich glücklich und zufrieden in Dir existieren und löst keinen oder zumindest weniger Ärger aus. Sei verantwortlich für deine Gedanken und Emotionen. Du kannst sie bewusst steuern.

Schritt drei

Wende Dein Wissen und Deine Bewusstheit nachhaltig an, um auf lange Sicht glücklicher und zufriedener zu leben. Du wirst Dich ganz gewiss noch oft genug in Deinem Leben ärgern. Beschränke es auf die wirklich schönen Dinge, über die Du Dich mit Freude ärgern kannst. Am Ende bist Du derjenige, der die Auswirkungen dieser negativen Gedanken, nach jahrzehntelanger Kultivierung am ganzen Körper zu spüren bekommt, nicht Deine Mitmenschen. Schmerz und Krankheit hast Du Dir dann eigenständig zugefügt und nicht die anderen. 

Also packe Deine Bedürfnisse beim Schopf und finde kreative Lösungen für Deine Ärgerfassfüller: Gehe in eine Einkaufshalle die ruhiger ist oder gehe dort zu einer anderen Zeit hin. Plane Deine Termine sorgfältiger und ausgedehnter. Hake Deine Einkaufsliste ab. 

Mach aus Deinem Ärger eine Challenge: Morgen ärgere Dich nur 3 Mal. 

Sei glücklich, bewusst und verantwortungsvoll.

Comments are closed.