Sprache der Liebe – Lob & Anerkennung

Der Paartherapeut Gary Chapman hat in seiner Arbeit mit Paaren heraus gefunden, dass es 5 Sprachen gibt, mit deren Hilfe Menschen ihre Zuneigung ausdrücken. Da nicht jeder alle Sprachen spricht, kommen Liebesbeweise beim Partner zum Teil nicht so an, wie wir es glauben. Allein das Wissen darum, dass Dein Partner vielleicht eine ganz andere Art der Kommunikation braucht, um zu verstehen, dass Du ihn liebst, hilft sehr, am Umgang miteinander zu arbeiten.

Lob und Anerkennung ist eine der 5 Sprachen und kann in verschiedenen Dialekten gesprochen werden, zum Beispiel: höfliche Worte, freundliche Worte und ermutigende Worte.

Wertschätzende Kommunikation ist die Grundlage einer jeden Beziehung. Wenn ich das Gefühl habe, dass mich mein Partner wertschätzt, denke ich mit viel mehr Liebe an ihn und komme auch nach 20 Ehejahren noch auf die Idee, meinem Liebsten ein Blümchen vom Wegesrand zu pflücken, nur um ihn lächern zu sehen. Ganz wie frisch verliebt. Wird jedoch zu Hause nur tadelnd bemerkt, dass das Regal immer noch nicht angebracht ist und der Müll noch vom Vortag in der Küche steht, dann bleibt die Blume ungesehen, vor Frust am Wegesrand stehen. Das ist zwar gut für das Blümchen, aber nicht gut für die Beziehung und macht am Ende alle Beteiligten krank und kaputt.

Viel schöner ist es, bewusst dem Partner lobende Worte auszusprechen: „Du siehst heute ganz bezaubernd aus, in Deinem neuen Kleid!“ „Hach wie schön! Da freu ich mich! Danke, dass du das Regal angebracht hast!“ „Es war richtig lieb von Dir, dass Du gestern Abend noch abgewaschen hast! Danke!“

Siehst Du, wie wertschätzend das ist? Wann hast Du zuletzt Deinem Partner Anerkennung gezollt?

Lob & Anerkennung - Der Paartherapeut Gary Chapman vermittelt die 5 Sprachen der Liebe, mit deren Hilfe Menschen ihre Zuneigung zueinander ausdrücken, bzw. ausdrücken lernen.

Liebe bittet und stellt keine Forderungen.

Gary Chapman sagt dazu folgendes: „Wenn ich vom Partner etwas fordere, werde ich zum Vater oder zur Mutter und er wird zum Kind. {…} In der Ehe sind wir jedoch gleichberechtigte, erwachsene Partner. {…} Wenn wir wirklich Nähe in unserer Beziehung herstellen wollen, müssen wir die Bedürfnisse des anderen kennenlernen. Wenn wir einander lieben wollen, müssen wir wissen, was der andere sich wünscht. {…}Tragen wir unsere Wünsche und Bedürfnisse als Bitte vor, so zeigen wir Wege auf. {…} Wenn Sie an Ihren Ehepartner eine Bitte richten, geben Sie ihm das Gefühl, etwas wert zu sein und etwas entscheiden zu können. {…} Die Bitte lässt noch eine Wahl. Ihr Partner kann entscheiden, ob er sie erfüllt oder sie zurückweist. Liebe bedeutet immer Entscheidungsfreiheit.“ (Gary Chapman, „Die 5 Sprachen der Liebe“, 33. Auflage 2016, Verlag der Francke-Buchhandlung GmbH, Seite 45-46)

Liebe ist gütig.

Ein schönes Sprichwort besagt: Der Ton macht die Musik. Er verändert ein und denselben Satz, unterschiedlich ausgesprochen, in eine vollkommen unterschiedliche Information. Wenn Dein Gegenüber sich aufregt und sofort in den Angriff geht, weil ihn etwas sehr verletzt hat, ist es hilfreich, selbst in der Mitte zu bleiben und Ruhe zu bewahren, damit diese Unterhaltung nicht schon zu Beginn als gescheitert erklärt werden braucht. Lass ihn ausreden und fühle hinein, was er emotional gerade durchlebt und versuche zu verstehen warum. Sollte es so sein, dass Du ihm wirklich unrecht getan hast, gesteh es ein und bitte um Entschuldigung. Und sollte er Deine Motivation nicht in der Weise verstanden haben, wie Du sie gemeint hast, redet so lange darüber, bis jeder verstanden hat, was der andere ausdrücken wollte. Versuche nicht auf Deine Meinung zu beharren, ihr seid ein Team, keine Konkurrenten.

Der Vergleich mit dem Team hat mir sehr geholfen, meine Einstellung zu einer anderen Meinung meines Partners zu verändern. Letzten Endes haben wir beide dasselbe Ziel: Wir wollen glücklich miteinander sein – muss ich da auf mein Recht pochen? Meine Sichtweise ist schließlich nicht die einzig logische Interpretation der Wirklichkeit.

Liebe führt kein Buch über die Missetaten des anderen.

Keiner von uns ist perfekt und wir alle machen Fehler, im besten Falle lernen wir daraus. Unser Partner ist uns ein sehr guter Spiegel und unser größter Lehrmeister, gefolgt von den Kindern. Er zeigt uns unsere Schwächen auf und lässt uns wachsen, wenn wir diesen Wachstum zulassen. Welchen Sinn hat es am Ende, alte Geschichten wieder aufzuwärmen? Keinen der glücklich macht.

Wurde Dir Unrecht angetan, hast Du die Möglichkeit zwischen Gerechtigkeit und Vergebung zu wählen. Willst Du es Deinem Partner heimzahlen, stempelst Du ihn als Verbrecher ab. Welche zwischenmenschliche Intimität und Zärtlichkeit sollte da noch stattfinden? Vergebung ist da die eindeutig bessere Wahl, auch wenn sie sehr viel abverlangt, wenn der Schmerz und die Enttäuschung tief sitzen. Was kann Dein Partner auch anderes tun, wenn er das möchte, als um Vergebung zu bitten und Besserung zu geloben? Vergangenes ist vergangen. Dann bleibt nur die Entscheidung zum Wohle der Beziehung, zu sagen: Ich entscheide mich „heute“ zu leben, ohne die Fehler der Vergangenheit.

Ermutigende Worte können manch unentfaltetes Talent zum Vorschein bringen.

Wer kennt es nicht, vor der Umsetzung einer Idee oder eines Projektes zu zögern? Zu viel Angst und Unsicherheit überschatten die Realisierung. Wie schön wäre es, wenn Du als Partner das bemerkst und Deinem Liebsten Mut zusprichst, es einmal zu versuchen. Das ist Wertschätzung, die auf wahres Interesse schließen lässt, denn nur wer die Wünsche seines Gegenübers wirklich kennt, kann solche Worte aussprechen. Es setzt also voraus, dass er genau zugehört und beobachtet hat und es sein Herzenswunsch ist, Dich erfüllt und glücklich zu sehen. Ich empfinde es als beflügelnd, zu wissen, dass mein Partner mich kennt und versteht und mir zu verstehen gibt, dass er hinter mir steht, bei meinen Vorhaben.

Du siehst also, es gibt viele verschiedene Wege Deinem Lebensgefährten Anerkennung zukommen zu lassen. Jedes Lob motiviert, sich dem anderen erkenntlich zu zeigen, jedes Kompliment ist eine Liebeserklärung. Versuch es einmal, wie sich der bewusste Umgang mit wertschätzenden Worten auf Dein Gegenüber auswirkt. Und ist schon zu viel Frust in Dir, dass Du denkst, Du willst nicht die oder der Erste sein, der anfängt, frage Dich, wie solche Worte auf Dich wirken würden, kämen sie von Deinem Partner.

Foto: Nattakorn_Maneerat

Die Macht der Worte: Ärger

Wer kennt es nicht?! Und wieder hast Du Dich an die falsche Kasse gestellt. Und der Typ ganz vorne lässt sich beim Einpacken auch nicht aus der Ruhe bringen. Und dann bist Du auch noch spät dran! Wolltest nur kurz noch was einkaufen, weil doch noch was vom Einkaufszettel fehlte. 

Ärger. „Ich ärger mich.“

Der gute, alte Ärger. Eine sehr deutsche Reinkultur. Es gehört gewissermaßen zum guten Ton, sich zu beschweren – sich „Luft“ zu machen. Begehrte Themen sind das Wetter, die Nachbarn und Frau Merkel. Dabei könnte doch alles so schön sein richtig?! Oder ist es das vielleicht schon, nur Du siehst es nicht?

Wann immer wir uns ärgern, sind meistens ganz viele verschiedene Einflüsse daran schuld. Denken wir zumindest. 

Alltägliche Sprache beeinflusst, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen. Worte haben eine gewaltige Kraft, die wir zu unseren Gunsten nutzen können.

Im Innen beginnt alles

Ärger entsteht in uns selbst. Er kommt nicht vom Außen. Wann immer wir uns also Ärgern, sind wir selbst dafür verantwortlich. Das glaubst Du nicht? Wenn der Typ da vorn an der Kasse ewig trödelt, hat das doch nichts mit mir zu tun?!

Ja, Du hast recht. Es liegt ganz allein an Deiner eigenen Bewertung. Ein anderer Kunde vor Dir ist in derselben Situation wie Du und bewertet die vermeintlich gleiche Situation vollkommen anders. 

Die Empfindung, geärgert zu werden, kommt von innen und nicht aus dem Außen. Oftmals ist Ärger eine Erscheinung von einem vollen Fass, dass sich über längerem Zeitraum aufgebaut hat und nicht beachtet wurde. Viele „Runterschluckmomente“, in denen sich das innere „Ärgerfass“ langsam und stetig gefüllt hat. Was ist das ungelebte und unbefriedigte Bedürfnis, was Deinem Ärger zugrunde liegt?

Hast Du beim ersten Einkauf die Liste unachtsam gelesen und die Hälfte vergessen? Sind Deine Termine zu eng getaktet, so dass Du nun im Stress bist? Ist diese Einkaufshalle eigentlich immer rappelvoll? Und der Kassierer erinnert Dich an Deinen gemeinen Schwiegervater? 

Der erste Schritt zur Veränderung

Bevor das Ärgerfass wie eine Bombe explodiert, horch in Dich hinein. Werde Dir bewusst, wann Du Dich ärgerst, bzw. DASS Du Dich gerade ärgerst. Fühle den Zorn. Mache Dir bewusst, dass Du selbst es bist, der sich ärgert. Warum bewertest Du die Situation auf diese ganz bestimmte Weise? Du könntest mit der Wartezeit auch allerhand schöner Dinge anstellen. Schon mal das Geld zusammenzählen dass Du brauchst. Der Freundin auf ihre Nachricht antworten. Vokabeln lernen oder fasziniert Leuchte beobachten.

Der zweite Schritt

Kultiviere positive Deutungen und höre auf, dem typisch deutschen Genörgel nachzugehen. Hör in Dich rein, warum Du Dich selbst so ärgerst. Ärger ist nichts weiter, als eine negative, gegen sich selbst und andere gerichtete Interpretation des Geschehens. Also warum deutest Du nicht einfach die Situation zu Deinen Gunsten um?! Ist es nicht viel schöner, glücklich zu sein und positiv zu denken?

Viele dieser Ärgerfässer haben sich über lange Zeit aufgebaut und es ist nicht immer so einfach den wahren Ursprung dieses tiefersitzenden, unbefriedigten Bedürfnisses auf die Spur zu kommen. Nutze also jede Gelegenheit, wie ein richtiger Sherlock, dem wahren Verbrecher zu enttarnen und ihm auf diese Weise Gehör zu verschaffen. Dann kann er endlich glücklich und zufrieden in Dir existieren und löst keinen oder zumindest weniger Ärger aus. Sei verantwortlich für deine Gedanken und Emotionen. Du kannst sie bewusst steuern.

Schritt drei

Wende Dein Wissen und Deine Bewusstheit nachhaltig an, um auf lange Sicht glücklicher und zufriedener zu leben. Du wirst Dich ganz gewiss noch oft genug in Deinem Leben ärgern. Beschränke es auf die wirklich schönen Dinge, über die Du Dich mit Freude ärgern kannst. Am Ende bist Du derjenige, der die Auswirkungen dieser negativen Gedanken, nach jahrzehntelanger Kultivierung am ganzen Körper zu spüren bekommt, nicht Deine Mitmenschen. Schmerz und Krankheit hast Du Dir dann eigenständig zugefügt und nicht die anderen. 

Also packe Deine Bedürfnisse beim Schopf und finde kreative Lösungen für Deine Ärgerfassfüller: Gehe in eine Einkaufshalle die ruhiger ist oder gehe dort zu einer anderen Zeit hin. Plane Deine Termine sorgfältiger und ausgedehnter. Hake Deine Einkaufsliste ab. 

Mach aus Deinem Ärger eine Challenge: Morgen ärgere Dich nur 3 Mal. 

Sei glücklich, bewusst und verantwortungsvoll.

Bettstroh unserer lieben Frauen

Für jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen so heißt es. Auch das vernachlässigte Labkraut hat so einiges an Telent zu bieten und gut reicht es dabei auch.

Leichter, süßlicher Honigduft erfüllt die Luft und ich radle glücklich an der Oder entlang, als mir gewahr wird, dass der bezaubernde Geruch des Wahren Labkrauts (Gallium verum) herrührt. Ich halte unvermittelt an und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus! Da steht es! In voller, gelber Pracht erstreckt sich der pittoreske Anblick der bizarren Pflanze den gesamten Horizont entlang. 

Viele, viele Arten

Bei mir zu Haus, in der Landeshauptstadt, habe ich ein anderes der insgesamt 600 bekannten Labkrautarten gefunden: das Wiesen Labkraut – Galium mollugo. 

Das Wiesen Labkraut ist dem Wahren Labkraut im Grunde eins zu eins gleich, lediglich die Farbe der Blüten und der intensivere Geruch ist ihnen verschieden.

Das Bettstroh, wie es auch genannt wird, hat weiße Blüten. Es zählt zu den Marienkräutern, da Maria es dem Christkinde nach der Geburt in die Wiege gelegt haben soll. Es heißt, dass dies, das einzige Kraut sei, dass der Esel nicht gefressen hätte und wer liegt schon gern auf einer matratzenlosen Lattenroste?! Das wäre ein weniger verheißungsvoller Auftakt in das Leben gewesen, gleichwohl es den beschwerlichen Werdegang des Jesu typisch gewesen wäre. 

In der Geschichte, wurde dieses Kraut tatsächlich auch den Frauen ins Bett gelegt, wenn sie in froher Erwartung waren. Daher der Name „Bettstroh“. Es hemmte wohl die Schmerzen der Geburt. 

Ein Bierchen auf der Wiese

Tatsächlich hat es auch eine gerinnende Wirkung. Diese Eigenschaft wurde früher gerne genutzt, um Milch weiterzuverarbeiten. Es war auch ein gern genutztes Kraut für die Heilbierherstellung, da es, wie gefühlt so ziemlich jedes Kraut, harntreibend wirkt.

Für jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen so heißt es. Auch das vernachlässigte Labkraut hat so einiges an Telent zu bieten und gut reicht es dabei auch.

Heutzutage kannst Du Dir den Grasstern auf Wiesen, Wegrändern, Ufern oder Dünen pflücken und in den Salat schnippeln. Vor allem die zarten Blüten bevorzuge ich sehr. 

Auch ein Blütenwasser, das ich auch so liebe, ist eine wundervolle Alternative zu zuckerhaltigen Getränken. Pflückst Du Dir die schönen Blüten des Labkrauts, kannst Du sie in Wasser einlegend: Über Nacht in den Kühlschrank und am nächsten Tag frisch genießen. Das Wasser wird herrlich aromatisiert nach Honig schmecken. Ganz ohne Zusätze, mit Ausnahme von kleinen Insekten vielleicht, die dann tot an der Wasseroberfläche schwimmen.

Wenn es zwickt und zwackt

Labkräuter sind auch überlieferte Heilkräuter. Wenn auch nicht so bekannt, sind sie die Wunderwaffe gegen alle möglichen Krebssorten die im Hals- und Kopfbereich angreifen. Zungen- oder Kehlkopfkrebs wurden mithilfe dieser Pflanze bereits mehrfach auskuriert. Effektiv bekämpft wird ein Kropfleiden und auch Stimmbänderlähmungen gehören bei guter Behandlung bald der Vergangenheit an.

Genießt Du den Labkrauttee, reinigt er Deine Nieren, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, Milz und das Lymphdrüsensystem. Bist Du geplagt von Hauterkrankungen oder Wunden, so kann die Labkrauttinktur wahre Wunder bewirken. 

Es wirkt beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, krampflösend und nervenstärkend.
Und für wahr, allein der Duft der Blüte hat mich so breit grinsen lassen, dass mich wohl nichts so einfach hätte aus der Bahn werfen können. 

Also halte die Augen offen. Vielleicht findest Du ja den bezaubernden Butterstiel. Es ist ganzjährig zu finden und kann dabei auch leicht mit Waldmeister verwechselt werden, da sich das Blätterkleid sehr ähnlich ist. Waldmeister ist auch ein bedeutungsvolles Kraut, jeden wahrscheinlich von Wassereis oder Berliner Weiße bekannt. Solltest Du Dich also mit deinem Fund irren, genieß ihn gewissenlos, es wird Dir alle Male guttun. 

Der große Bär mit großem Waagen

Die Lieblingsjagdgefährtin der Artemis, die wunderschöne Kallisto, legte sich eines Tages zur Rast in den kühlen Hain. Den Bogen bei Seite gelegt, bezauberte ihr Antlitz in ihrer weißen, gerafften Tunika und den hochgebunden Haaren Zeus, der sie beim Vorübergehen entdeckte. Sofort entflammte eine Leidenschaft in ihm und er ersann sich eine List.

Er tarnte sich als Artemis und suchte die nichtsahnende Kallisto auf. In Gestalt ihrer Jagdgefährtin begrüßte Kallisto die scheinbare Artemis herzlich. Er legte sich zur Kallisto, umarmte sie und gab dann sein wahres Antlitz preis. Er zwang sie, ihm willens zu sein. Vergewaltigt, ließ er sie mit ihrer Schande zurück. Zurück im Olymp, ahnte seine Gattin, dass er ihr fremd gegangen war.

Verborgenes Leben

Monate später, an einem heißen Nachmittag nach einer Jagd, kamen Artemis und Kallisto an einem Fluss zur Ruhe. Um sich abzukühlen, entkleidete sich Artemis und ging ins Wasser. Zögerlich folgte ihr Kallisto, hatte sie doch bis dahin erfolgreich ihre Schwangerschaft vertuschen können. Nun kam sie ans Licht und Artemis verbannte Kallisto, sie solle nie wieder unter ihre Augen treten, hatte sie ihr doch die Keuschheit geschworen!

Nun wurde auch Hera, die Gattin des Zeus, zur Furie, als sie erfuhr, dass Kallisto einen Sohn namens Arkas zur Welt brachte. Wut entbrannt suchte sie Kallisto auf und schleuderte sie mit Schimpfworten auf den Lippen zu Boden. Und wie Kallisto dort auf allen Vieren auf dem Boden lag, wuchsen ihr dunkle Haare an Armen und Beinen. Ihre Hände und Füße formten sich zu Bärentatzen und ihr schöner Mund, den Zeus so leidenschaftlich küsste, wurde zu einer fangzahnoffenbarenden Schnauze, aus der hässliches Brummen drang.

Wiedersehen

15 Jahre lang streifte sie nun in Gestalt eines Bären durch die Wälder, in denen sie selbst einst als Jägerin unterwegs war und von der Jägerin zur Gejagten wurde.
Eines Tages erblickte sie ihren Sohn.
Noch immer mit menschlicher Seele, erkannte sie ihn und versuchte sich ihm zu nähern. Dieser jedoch wusste nichts von ihrer Existenz und war im Begriff sie mit seinem Speer zu morden, als Zeus die beiden ergriff und an den Himmel schmiss.

Hera war über diese Verherrlichung ihrer Nebenbuhlerin am Himmel so erzürnt, dass sie ihre Zieheltern Tethys und Okeanos, Götter des Meeres, darum bat, die Bärin niemals in das nördliche Wasser abtauchen zu lassen.

Sternbilder sind in Vergessenheit geraten, dabei erzählen Sterne am Nachthimmel Geschichten. Meine Mission: Sternbilder neu erleben.

Ursa Major wie wir ihn sehen

Die lateinische Entsprechung zum großen Bären ist Ursa Major. Auf der nördlichen Halbkugel der Erde ist der große Waagen samt dem großen Bären, das ganze Jahr über voll zu sehen. Diese Eigenschaft wird als zirkumpolar bezeichnet. Der Bär dreht sich also im Laufe eines Tages einmal um den Polarstern herum.

Mit Hilfe der Deichsel des großen Wagens kannst Du auch den Polarstern finden. In dem Du die vordere Kante des Wagens etwa 5x in einer geraden Linie verlängerst, findest du den Polarstern, der den Himmelsnordpol markiert.

Die sieben hellsten Sterne

Der große Wagen, als Teilsternbild des großen Bären, wird Asterismus genannt. Er umfasst die 7 besonders hellen Sterne des Sternbildes. Insgesamt besteht der große Himmelswagen aus den Sternen Benetnasch (ar. „Klageweib“), Alkor als Reiterlein des Mizar, Alioth (ar. „Schwanz“), Megrez (ar. „Schwanzansatz“), Phachd oder Phekda (ar. „Schenkel“), Dubhe (ar. „Bär“) und Merak (ar. „Lende“).

Der zweite Stern des Schwanzes des großen Bären ist ein Doppelstern. Wer ganz genau hinschaut, kann erkennen, dass Alkor neben Mizar sitzt. Auf Grund dieser Konstellation nennt man ihn auch Reiterlein.

Die 5 Sprachen der Liebe nach Gary Chapman

Die Bedürfnispyramide nach Maslow beschreibt, dass zu aller erst, die Grund- und Existensbedürfnisse gesichert werden müssen. Sicherheitsbedürfnis bilden die Grundlage, diesem folgt das Sozialbedürfnis, Individualbedürfnis, Selbstverwirklichung und schließlich, an oberster Spitze, ist die Transzendens. Das sind die Schritte die gegangen werden müssen um ein „erfülltes“ Leben zu führen.
Zu einem der Grundpfeiler, das Sozialbedürfnis, gehört Zuwendung und das Bedürfnis, wahrhaft geliebt zu werden.

Gary Chapman hat sich zur Aufgabe gemacht, seine Beobachtungen in die Welt zu tragen und da mich seine Erkenntnisse so bewegen, möchte ich Dich nun meinerseits auch daran teilhaben lassen und hoffe, dass es auch Dir ein Stück weit die Augen für neue Herangehensweisen, im liebevollen Miteinander öffnet. Denn noch so viel Materielle Sicherheit und Reichtum, erfüllen nicht das Bedürfnis nach wahrer Liebe, denn jede Isolation zerstört die Seele.

Gary geht davon aus, dass jeder Mensch eine Art „Liebestank“ in sich trägt. Ist dieser gefüllt, fühlen wir uns geliebt.
Um diesen Tank zu füllen, bedarf es einer (oder mehrerer) Sprachen. Er hat insgesamt 5 Sprachen extrahieren können. Jeder Mensch spricht auf eine bestimmte Sprache an.
So wie es auch die großen Sprachen der Welt gibt, mit denen wir uns verständigen (oder auch nicht), so verstehen wir auch in Liebesdingen ausschließlich ausgewählte Signale als Liebesbeweis.

Die wenigsten Ehepartner sprechen von Haus aus die selbe Sprache.
Im schlimmsten Falle, sprechen beide vollkommen versciedene Sprachen und wissen und verstehen nicht, dass der Gegenüber Gefühle der Liebe zum Ausdruck bringt, weil die Vokabeln nicht die Selben, wie in der eigenen Muttersprachen sind und deshalb nicht als Liebesbeweis verstanden werden.

Das klingt im Moment noch sehr abstrakt, deshalb möchte ich ein kleines Beispiel geben:

Es gibt die 5 Sprachen der Liebe:

Lob und Anerkennung
Zweisamkeit
Zärtlichkeit
Geschenke
Hilfsbereitschaft

Spricht also der Mann vor allem die Sprache des Lobes und der Anerkennung, wird er höchstwahrscheinlich auch seine Frau oft für das schön gekochte Essen loben und ihr damit seine Anerkennung zollen. Für sie ist das jedoch eine Selbstverständlichkeit für ihn zu kochen und registriert diese Anerkennung nur nebenher. Was sie sich wünscht, als Zeichen seiner Liebe, ist eine Umarmung zur Begrüßung und ein Guten-Morgen-Kuss, um sich seiner Liebe gewiss zu sein. Sie spricht die Sprache der Zärtlichkeit.
Beide sprechen eine vollkommen andere Sprache und zeigen sich ihre Liebe auf ihrer eigenen Muttersprache und so kommt es vor, dass sie ihn möglicherweise nicht dafür lobt, dass er, trotz das er bis spät gearbeitet hat, noch das Regal im Kinderzimmer angebracht hat. Stattdessen streichelt sie ihm vielleicht liebevoll über die Hand, küsst ihm auf die Wange und bedankt sich schlicht. Er kann mit Zärtlichkeiten nur wenig anfangen und ist enttäuscht, keine Anerkennung für sein Werk zu bekommen. Was ist passiert?
Diese kleinen und feinen Details der unterschiedlichen Ausdrucksweise der Zuneigung führen über Jahre hinweg zu dem Gefühl, nicht geliebt zu werden, da keiner von beiden das vom Partner erhält, was sein Verständnis von Zuneigung und Liebe ist, dabei sprechen beide auf ihre Weise ihre Gefühle aus. Das führt auf lange Sicht dazu, dass sich der „Liebestank“ leert und das Gefühl entsteht, vom Partner nicht geliebt zu werden.

Was wäre, wenn sie wüsste, dass ihm Lob und Anerkennung zeigen würde, wie sehr sie ihn liebt? Vielleicht würde sie nicht nur ihrem eigenen Bedürfnis nach Zärtlichkeit Raum geben und ihm Zärtlichkeiten zukommen lassen, sondern auch, um seinen „Liebestank“ zu füllen, mehr als einem schlichten „Danke“ ein paar lobende Worte finden: „Ach wie schön du das gemacht hast! Es sieht genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Du bist eben ein sehr talentierter Handwerker.“ Merkst Du den Unterschied?

Liebe ist ein Willensakt.

Die erste Phase des Verliebtseins hat nichts mit Liebe zu tun. Wir suchen uns nicht aus in wen wir uns verlieben. Und mit der rosaroten Brille auf, sehen wir nicht mehr die störenden, nervigen Macken des anderen, im Gegenteil, sie sind sogar noch bezaubernd. Wir sind verstrickt in einem Phantasiegebilde vom Partner. Wir lassen außer acht, dass auch er seine ganz eigene Vorstellung vom Leben haben könnte, da wir ja so gut zusammen passen und können uns im Traum nicht vorstellen, dass uns unser Partner einmal verletzen könnte.
Sind dann, nach durchschnittlich 2 Jahren, alle Hormone wieder auf dem Normalzustand abgesunken und aus der rosaroten Brille ist wieder eine durchsichtige geworden, kommen die ersten Macken zum Vorschein, die nicht mehr so liebenswert sind, sondern einfach nur noch nervig. Ab jetzt beginnt der Willensakt. Ich entscheide mich willentlich dafür, meinen Teil dazu beizutragen, dass es meinem Partner gut geht, dass er glücklich ist und sich geliebt fühlt. Genau aus diesem Grund, ist es von entscheidender Wichtigkeit, zu wissen, wie ich meinem Partner überhaupt das Gefühl geben kann, geliebt zu sein. Ist das eine ganz andere, mir vielleicht völlig fremde Sprache, dem Chinesischen gleich, kann es anstrengend sein, sich an die neue Sprache heranzutasten und erfordert Willensstärke.

Wie haben wir uns ineinander verlieben können, wenn wir doch so unterschiedlich sind?

In der Phase der Verliebtheit sind wir ohne große Mühe in der Lage alle Sprachen zu sprechen, erst im Laufe der Zeit, kommen wir wieder in unsere Muttersprache zurück. Am Anfang, wenn wir auf Wolke 7 schweben, bringen wir unserem Liebsten vielleicht eine kleine Blume vom Feldrand (Geschenke). Wir können die Hände nicht voneinander lassen (Zärtlichkeit), wollen jede freie Minute miteinander verbringen (Zweisamkeit), sind begeistert vom Gegenüber und was er alles kann (Lob und Anerkennung) und sind sofort da, wenn er neue Projekte startet und Unterstützung bei der Umsetzung braucht (Hilfsbereitschaft).
Ist der Hormonrausch der ersten Zeit abgeebbt, bedarf es unserer willentlichen Entscheidung unserem Partner das zu geben, was er als Liebesbeweis versteht.

Ich finde diese Beobachtung von Gary absolut herausragend und bin davon überzeugt, dass dieses Wissen, die Qualität vieler Ehen und Verbindungen rasant anheben würde, denn nichts ist frustrierender, als aneinander vorbei zu reden. Jeder sagt dem anderen auf seine Weise, dass er ihn liebt, nur ist die Sprache nicht verständlich und kommt nicht an. Das führt zu Frust und im Ernstfall zur Trennung, denn wer möchte schon mit einem Partner leben, von dem man meint, keine Liebe zu bekommen?

Um diese Erkenntnisse ein Stück nach draußen zu tragen, möchte ich nicht nur sein gleichnamiges Buch empfehlen, sondern auch in 5 weiteren Artikeln die 5 Sprachen der Liebe einzeln vorstellen. Das hilft, zu verstehen, warum es in den letzten Jahren immer und immer wieder um die selben lästigen Vorwürfe im Streit ging.

all you need is love

Bild: aslysun

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