und schon geht es in die zweite runde der orgasmusschule und was macht da mehr sinn, als sich dem orgasmus selbst einmal theoretisch zuzuwenden?!

viele forscher haben jahrzehnte lang versucht alles über die 10 sekunden seeligkeit herauszufinden. viele verschiedene forschungsergebnisse lassen diesen intensiven vorgang so unglaublich trocken erscheinen, doch hat dieses wissen seine vorteile, wie wir im laufe noch feststellen dürfen.

schaun wir uns also den vorgang nun ein mal genauer an:
erregungsphase: zu beginn der stimulierung steigen pulsfrequenz, blutdruck und atemfrequenz. die inneren labien und die klitoris werden dunkler und schwellen an, wodurch sich die äußeren labien öffnen. die vaginalwände werden feucht und länger. die brüste schwellen an und die brustwarzen richten sich auf. es kommt zum schwitzen.
plateauphase: an der vaginalöffnung beginnt die lubrikation aus den Bartholin-Drüsen. die brüste schwellen weiter an, so dass die brustwarzen sich scheinbar in die brüste zurückziehen. es kann zum sex-flush kommen, zur rötung des brustkorbs. inzwischen haben die inneren labien ihre größe im vergleich zum ruhezustand verdoppelt. die inneren bereiche der klitoris heben sich und ziehen den äußeren teil nach innen und oben, so dass er sich von der körperoberfläche zurückzieht. die vagina selbst dehnt sich tief im körper weit und offen wie ein zelt um den gebärmutterhals. es kommt zu unwillkürlichen muskelkontraktionen, die man myotonie nennt, einschlißlich des karpopedalspasmus (der kontraktion von muskeln in händen und füßen). es könnte zum keuchen kommen oder der atem wird angehalten, da zwerchfell und beckenboden gleichzeitig kontrahieren.
orgasmus. alle schließmuskel des beckenbodens – von harnröhre, vagina und anus – kontrahieren gleichzeitig. atem und puls gehen schnell und der blutdruck steigt. das becken kann sich wiegen, verschiedene muskelgruppen können sich unwillkürlich anspannen. die spannung löst sich plötzlich.
rückbildungsphase. brüste schwellen ab, klitoris und labien schwellen ab, pulsfrequenz, atemfrequenz und blutdrck kehren zum ausgangswert zurück.

dieses vier-stufen-modell setzt allerdings eines als selbstverständlich vorraus, das aber nicht selbstverständlich ist. alle phasen sind das resultat des ersten reizes der erregung und liegen dem verlangen zugrunde.
deshalb resultierte das drei-phasen-modell aus weiteren forschungen:
es beginnt mit dem verlangen, interesse an oder lust auf etwas haben.
gefolgt von der erregungsphase, die die erregungs- und plateauphase zusammenfasst. und die dritte phase mündet im orgasmus.

in den späten neunziger jahren entdeckten forscher schließlich das duale kontrollsystem. es beschreibt nich nur was in der sexuellen erregung passiert, sonder geht ins detaiel, welcher mechanismus hinter der regulierung und kontrolle der sexuellen erregung steht: gaspedal (anturnend) und bremse (abturnend).

spannend ist, dass es praktisch keine angeborenen sexuell relevanten reize oder bedrohungen gibt. sie müssen erst durch gesammelte erfahrungen erlernt werden. und wen wundert es, dass sie bei männern und frauen verschieden erlernt werden? männer lernen schon früh auf grund ihrer körperlichen veränderung – die errektion – eine verknüpfung herzustellen zwischen ihren empfindungen im inneren und der körperlichen reaktion auf grund äußerer einflüsse aus der umwelt und lernen dadurch diese als „sexy“ zu verknüpfen.

bei frauen ist dieser prozess um einiges unklarer. bei mädchen ist eine so eindeutige reation wie die errektion beim mann nicht vorhanden und so bleibt ihr nur ihre umwelt aufs genaueste wahrzunehmen um sexeull relevante reize lernen zu können. noch dazu kommt, dass der lernprozess bei mädchen sehr stark von hormonen beeinflusst ist. äußere reize schwanken bei frauen in ihrer relevanz auf grund der menstruation im verlauf eines monats sehr stark. bei männern ist ein sexuell relevanter reiz im verlauf eines monats nahezu konstant.

das einzige das angeboren ist, ist der mechanismus von bremse und gaspedal. sie sind vorhanden und eingebaut. wann sie jedoch anspringen muss erst erlernt werden.
das gaspedal ist daszuda den startschuss zu geben: sexueller reiz, jetzt kann es losgehen, sex! es ist gerade hoch erotisch, pflanze dich fort!
die bremse stellt nun das gegenteil dar. sie springt an, wenn eine bedrohung wahrgenommen wurde uns sexuelle tätigkeiten gerade sehr unpassend wären. bei der bremse unterscheidet die forschung auch zwischen 2 verschiedenen die beide eingebaut sind: eine springt bei äußeren faktoren an wie z.b. mein potentieller partner könnte eine krankheit übertragen. und die zweite bremse springt bei inneren ängsten an: ich bin nicht gut genug. ich komme nicht schnell genug. ich bin nicht hübsch genug.
im durchschnitt kann man davon ausgehen, dass frauen empfindlichere bremsen haben und männer empfidlichere gaspedale. also ergänzen wir uns auch in dieser hinsicht wieder volkommen und „es geht nicht mit es geht nicht ohne“ trifft den nagel auf den kopf.

die gute nachricht nach all der theorie ist also, dass stark erlernte bremsen gelockert werden können und so das anturnen und „lust auf sex“ haben mit ein wenig übung – die kontextänderung – nicht mehr zu frustration, sondern erfüllterer sexualtität führen kann.
all das kommt in den nächsten teilen der orgasmusschule. es bleibt also weiterhin spannend!

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