Heilpflanzen, Waldbaden, natürliche Lebensweise

Waldbaden stärkt das Immunsystem

Immer öfter lese ich Überschriften, die vom Waldbaden berichten, was als ein Trend aus Japan zu uns rüberschwappt. Im fernöstlichen Ursprungsland nennt man es Shinrin-yoku was so viel bedeutet wie Wald(luft)baden. Dort wurde es schon in den Achtzigerjahren eingeführt und wissenschaftlich untersucht. Ganz anders als hierzulande ist die therapeutische Wirkung des Waldes dort so etabliert, dass Universitäten sogar eine fachärztliche Spezialisierung in „Waldmedizin“ anbieten. 
Fakt ist, dass Studien die positive Wirkung des Waldes auf unser Immunsystem nachweisen konnten. 
Doch wie kommt es dazu?

Pflanzenvokabeln schwirren in der Luft

Die pflanzliche Kommunikation findet oftmals auf molekularer Ebene statt. Pflanzen können nämlich viele Informationen beispielsweise über Düfte weiterleiten. Die Forschung hat bis jetzt 2000 Duft-Vokabeln erkannt, die wir als eine Art chemische Wörter verstehen können. Und die meisten dieser Duft-Vokabeln gehören zu der Stoffgruppe der Terpene. 
Terpene sind sekundäre Pflanzenstoffe, die eine Vielzahl an Funktionen erfüllen. 
Eben jene Terpene befinden sich in der Waldluft und sind unserem Immunsystem nicht fremd. Unser Immunsystem entschlüsselt sie auf ähnliche Weise, wie es Pflanzen tun. 

Pflanzen reagieren auf die Wahrnehmung von Terpenen meist damit, ihre Abwehrkräfte anzukurbeln. Also reagiert auch unser Immunsystem mit einer Steigerung der Abwehrkräfte und das ist auch in unserem Blut messbar. 
In unserem Blut befinden sich unter anderem weiße Blutkörperchen. Sie haben die Aufgabe, unseren Körper zu verteidigen, z. B. gegen Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze. 

Durch die Terpene in der Luft des Waldes steigert sich ihre Aktivität um nachweisliche 50 Prozent! Allein der Aufenthalt an einem einzigen Tag in einem Waldgebiet steigert nicht nur die Aktivität der bereits vorhanden weißen Blutkörperchen. Nein, es sorgt sogar dafür, dass die Zahl weißer Blutkörperchen um bis zu 40 Prozent ansteigt. Diese Wirkung ist auch noch 7 Tage nach dem Aufenthalt messbar. 

Spaziergänge die die Abwehr stärken

Der Medizinprofessor Qing Li von der Nippon Medical School in Tokyo konnte gemeinsam mit seinen Wissenschaftskollegen nachweisen, dass Menschen, die in einem bewaldeten Gebiet wohnen, signifikant weniger an den Folgen einer Krebserkrankung sterben als in städtischen Wohngegenden. Das ist also ein Grund mehr, weniger Wald zu roden, ob nun für die Landwirtschaft oder dem Häuserbau.

Qing Li rät, mindestens für 2 Stunden in einem Waldgebiet spazieren zu gehen. Im Waldesinneren sind Terpene am höchsten konzentriert und erreichen im Juni bis August ihren Höhepunkt. Und auch ohne je eine einzige Studie durchgeführt zu haben, haben wir alle schon das Gespür für die beste Zeit im Wald entwickelt: nach einem Regenschauer. Unsere Intuition verrät uns also schon ganz genau, dass der Spaziergang bei leichter Nässe ganz besonders wohltuend ist, weil viele Terpene als Duftstoffe in der erfrischend würzigen Waldluft herumschwirren. 

Es scheint doch ein Leichtes seine körpereigenen Immunkräfte aufzupeppen, indem man durch den Wald spaziert. Und selbst wenn Du Dich nur hinsetzt und beispielsweise meditierst, hat die Waldluft eine solch erhebende Wirkung auf Dich. Vor allen in diesen Zeiten, wo Gesundheit in den Augenmerk vieler Menschen gerückt ist, erscheint es simpel, die Abwehrkräfte allein durch Spazierengehen im Wald anzukurbeln! Was spricht also gegen einen Ausflug in den nächstgelegenen Wald am Wochenende? 


Forest bathing strengthens the immune system

More and more often I read headlines that report on forest bathing, which spills over to us as a trend from Japan. In the Far Eastern country of origin it is called Shinrin-yoku, which means something like forest (air) bathing. It was introduced there in the 1980s and scientifically investigated. In contrast to this country, the therapeutic effect of the forest is so well established that universities even offer specialist medical specialization in „forest medicine“.
The fact is that studies have shown the positive effects of the forest on our immune system.
But how does it come about?

Plant vocabulary buzzes in the air

Plant communication often takes place on a molecular level. Plants can convey a lot of information about scents, for example. So far, research has identified 2000 scent vocabulary that we can understand as a kind of chemical word. And most of these fragrance words belong to the terpene group.
Terpenes are secondary plant compounds that fulfill a variety of functions.
It is precisely these terpenes that are found in the forest air and are not alien to our immune system. Our immune system decodes them in a similar way that plants do.

Plants usually respond to the perception of terpenes by boosting their defenses. So our immune system also reacts with an increase in defenses and this can also be measured in our blood.
Our blood contains, among other things, white blood cells. Their job is to defend our body, e.g. against bacteria, viruses, parasites and fungi.
The terpenes in the air of the forest increase their activity by a verifiable 50 percent! Just staying in a forest for a single day not only increases the activity of the white blood cells that are already present. No, it even ensures that the number of white blood cells increases by up to 40 percent. This effect can still be measured 7 days after the stay.

Walks that strengthen the immune system

The medical professor Qing Li from the Nippon Medical School in Tokyo was able to prove, together with his scientific colleagues, that people who live in a forested area die significantly less from the effects of cancer than in urban residential areas. So that’s one more reason to clear less forest, whether for agriculture or house building.

Qing Li recommends walking in a forest area for at least 2 hours. Terpenes are most concentrated in the forest interior and peak in June to August. And even without having ever carried out a single study, we have all developed a feeling for the best time in the forest: after a rain shower. Our intuition tells us exactly that the walk is particularly beneficial when it is slightly wet, because many terpenes are buzzing around as fragrances in the refreshingly aromatic forest air.

It seems easy to spice up your body’s immune system by walking through the forest. And even if you just sit down and meditate, for example, the forest air has such an uplifting effect on you. Especially in these times, when health is in the focus of many people, it seems easy to stimulate the immune system just by walking in the forest! So what speaks against a trip to the nearest forest on the weekend?

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